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14.11.2016 | (rsn) - Es war eines der großen Rätsel der Saison 2016, aber echte Klarheit wurde nie geschaffen: Emma Johansson unterschrieb einen Vertrag bei Wiggle-High5 für 2016 und 2017, sprach aber stets von ihrer letzten Saison, ihrer letzten Chance auf einen Sieg bei der Flandern-Rundfahrt.
Den verpasste sie im April im Duell mit Lizzie Deignan (geborene Armitstead) ähnlich knapp wie vier Monate später Olympia-Gold in Rio und dennoch wird sie trotz Vertrages für 2017 wohl nicht noch einmal bei ihrem "Heimrennen" in Flandern - Johansson wohnt direkt an der Strecke - am Start stehen. Und wie es aussieht, wird sie auch kein anderes Straßenrennen mehr bestreiten. Bei der Lotto Belgium Tour im September wurde die 33-Jährige nach der Schlussetappe sogar offiziell verabschiedet.
"Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich vom Spitzensport zurückgetreten bin", erklärte Johansson der Journalistin Jessi Braverman nun in einem Interview für cyclingnews.com. "Ich werde im nächsten Jahr nicht 1.000 Stunden trainieren, vielleicht die Hälfte davon. Und ich werde Mountainbike fahren. Ich werde immer noch bei den Teamcamps sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich noch einmal eine Startnummer für ein Straßenrennen an mein Trikot pinne", so die Skandinavierin weiter. "Aber man weiß nie, richtig? Ich kann es nicht komplett ausschließen."
Johansson hat einen Vertrag mit der Australierin Rochelle Gilmore und deren Team Wiggle-High5, der auch für 2017 gilt, obwohl schon bei der Unterschrift klar war, dass sie 2017 keine Rennen mehr fahren will. "Als ich den Vertrag letztes Jahr unterschrieb, wusste ich, dass Rochelle auf die eine oder andere Weise weiter mit mir arbeiten möchte. Das war mir über Rochelles Ziele ganz klar. Und ich für meinen Teil wusste, dass ich andere Dinge machen wollte, andere Arten von Rennen - Cross oder Mountainbike - und andere Dinge, die man nicht machen kann, wenn man sich auf große Ziele vorbereitet", so Johansson, die im Verlauf der Saison 2016 offenbar auch Spaß daran gefunden hat, ihre Erfahrungen an jüngere Fahrerinnen weiterzugeben.
"Ich habe mehr mit meinen jüngeren Teamkolleginnen zusammengearbeitet, als ich das in der Vergangenheit getan habe. Und ich habe festgestellt, wie viel Spaß mir das macht", erklärte sie nun. Daher wird Johansson wohl auch in Zukunft gemeinsam mit der ebenfalls noch ein Jahr länger im Team verbleibenden Giorgia Bronzini als Mentorin auftreten - und als Werbeträgerin. Denn wann immer Johansson im kommenden Jahr zu einem Cross- oder Mountainbikerennen antritt, wird sie das als Teammitglied natürlich im Trikot von Wiggle-High5 machen müssen.
"Ich habe dieses Jahr verstanden, dass rund um ein Radsport-Team mehr Dinge passieren, die nicht unbedingt mit dem Gewinnen von Rennen zu tun haben. Einige dieser Dinge finde ich interessant, speziell die Arbeit mit Sponsoren. Ich bin mir jetzt auch mehr als früher im Klaren darüber, was ich ihnen zu bieten habe", sagte Johansson.
In irgendeiner Weise wird die zweimalige Olympiazweite (2008 und 2016), die auch drei Mal auf dem Podium der Straßen-Weltmeisterschaften stand, ohne je Gold zu holen, dem Frauen-Radsport erhalten bleiben - und, wie sie selbst sagt: Ganz ausgeschlossen ist auch der Start im einen oder anderen Straßenrennen 2017 nicht. Doch sicher ist gar nichts. Bis auf eines: "Das Einzige, was ich weiß ist, dass ich in Zukunft wirklich, wirklich Kinder haben will. Ein Teil meines Verlangens nach Flexibilität liegt auch daran", so Johansson.
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