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09.03.2026 | (rsn) - Eine intensive und erfolgreiche Rennwoche liegt hinter den deutschen und österreichischen Kontinental-Teams. Bei gleich fünf Eintagesrennen der Kategorie 1.2 in Kroatien, Griechenland und den Niederlanden mischten die Mannschaften aktiv mit. Herausragten dabei der Sieg von Viggo Moore (Tirol KTM Cycling Team) bei der Porec Classic, ein starker dritter Platz von Silas Koech (Lotto - Kern Haus - Outlet Montabauer) auf Rhodos sowie konstante Top-Ten-Platzierungen bei den niederländischen Frühjahrsrennen.
Die kroatische Rennwoche begann bereits am Mittwoch mit der Umag Classic (1.2). Das Rennen erwies sich letztlich als zu schnell für erfolgreiche Ausreißversuche und endete in einem Massensprint. Dort sorgte Benjamin Boos (Rembe - rad-net) als Neunter für das beste Resultat aus deutschsprachiger Sicht. Auch das Team Vorarlberg präsentierte sich angriffslustig: "Wir sind in beide kroatischen Rennen mit dem Ziel gegangen, sie aktiv mitzugestalten und harte Rennkilometer in den Spitzengruppen zu sammeln“, erklärte Vorarlbergs Sportlicher Leiter Paul Renger gegenüber RSN.
Während die Fluchtgruppen in Umag noch vereitelt wurden, klappte das Vorhaben vier Tage später deutlich besser. Bei der Porec Classic (1.2) am Sonntag, die nach einer Streckenänderung eigentlich ebenfalls auf die Sprinter zugeschnitten schien, zeigte sich besonders das Tirol KTM Cycling Team hellwach. Die Mannschaft hatte im Winter einen großen personellen Umbruch zu bewältigen und in der Vorbereitung mit verspäteten Materiallieferungen zu kämpfen, wie der Sportliche Leiter Martin Taschler im Gespräch mit RSN verriet. Davon war im Rennen jedoch nichts zu spüren.
Nach 45 Kilometern konterte der US-amerikanische Neuzugang Viggo Moore eine Attacke und schloss wenig später gemeinsam mit Laurin Nenning (Team Vorarlberg) zur Spitze auf. Die kleine Fluchtgruppe harmonierte gut und hielt das Hauptfeld, in dem Nippo die Nachführarbeit leistete, auf Distanz. "Ich bin an den Start gegangen, ohne einen ganz festen Plan zu haben. Ich wollte einfach nach der richtigen Gelegenheit Ausschau halten“, blickte Moore im Sieger-Interview nach dem Rennen auf seinen Erfolg zurück. "Zur Rennhälfte wurde an einem kleinen Anstieg das Tempo etwas herausgenommen. Da dachte ich mir: 'Jetzt oder nie'. Zusammen mit einem Fahrer vom Team Vorarlberg habe ich dann attackiert und wir konnten die Spitzenreiter stellen.“
Besonders die clevere Fahrweise des US-Amerikaners im Finale beeindruckte seinen Sportlichen Leiter. Nachdem Nenning abreißen lassen musste und zwei Stürze im Feld die Verfolgung lahmlegten, kam es zum Sprint des verbliebenen Ausreißer-Trios. "Viggo ließ nach dem finalen Kreisverkehr taktisch klug eine Lücke entstehen und zwang so sein Kontrahenten, den Sprint zu früh zu lancieren", schilderte Taschler gegenüber RSN die entscheidenden Sekunden. "Er wusste von der Streckenbesichtigung, dass der Zielsprint leicht bergauf ging und etwa 45 Sekunden dauern würde, timte seinen Kick perfekt und zog 200 Meter vor dem Ziel an den anderen beiden vorbei."
Für den erst 20-jährigen Moore, der zuvor im Development-Team von Israel - Premier Tech fuhr, war es ein eindrucksvoller Beweis seiner Stärke. "Der Sieg war keinesfalls glücklich, Viggo ist einfach eine brutale Maschine", lobte Taschler. "Er hat mit seiner Führungsarbeit alleine drei Sprinterteams aufgerieben. Er will nach wie vor nur eins: in die WorldTour. Die Beine dazu hat er jedenfalls."
Pure Freude in Kroatien: Das Tirol - KTM Cycling Team feiert den ersten Saisonsieg auf dem Podium. | Foto: Tirol - KTM Cycling Team
Für Nennings Team Vorarlberg endete der mutige Ausreißversuch derweil kurz vor dem Ziel. "Laurin war über 100 Kilometer in der Spitzengruppe vertreten, musste 20 Kilometer vor dem Ende aber leider abreißen. Durch viele Stürze im Feld kam die Spitze dann aber doch durch, weil niemand mehr das Rennen richtig kontrollieren konnte", führte Renger aus. Im Sprint des dezimierten Hauptfeldes sicherte sich Kilian Feuerstein (Team Vorarlberg) den 13. Platz. "Wir konnten die Sprintvorbereitung mit Kilian weiter üben und wachsen als Team immer besser zusammen", zeigte sich Renger mit dem Auftritt dennoch zufrieden.
Während in Kroatien der Ausreißversuch siegte, kam es beim Grand Prix Rhodos (1.2) am Samstag zum Massensprint eines rund 80 Fahrer starken Feldes. Zuvor hatte das Team Lotto - Kern Haus - Outlet Montabauer dem Rennen jedoch seinen Stempel aufgedrückt. "Wir haben eine sehr starke Mannschaftsleistung gesehen, die Jungs waren alle in eine Richtung motiviert", fasste der Sportliche Leiter Torsten Schmidt gegenüber RSN zusammen. Da der Wind für eine Selektion auf der Windkante nicht ausreichte, ergriff die Equipe an den Anstiegen der letzten 50 Kilometer die Initiative.
Ein Ausrufezeichen setzte dabei Ben Jochum mit einer späten Attacke. Er setzte sich drei Kilometer vor dem Ziel ab und wurde erst auf den letzten 300 Metern gestellt. "Das zeigte auch die Motivation und Bereitschaft, das Rennen in die Hand zu nehmen", sagte Schmidt. Im anschließenden Sprint sicherte Silas Koech der Mannschaft den starken dritten Platz. Für Lotto - Kern Haus - Outlet Montabaur geht es am Donnerstag mit dem Prolog der Tour of Rhodes weiter.
Lohn für eine aggressive Fahrweise: Silas Koech sichert dem Team Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur den dritten Platz beim Rhodos GP. | Foto: Lotto - Kern Haus - Outlet Montabaur
Ein kräftezehrendes Doppelwochenende in den Niederlanden absolvierte eine weitere Fraktion von Lotto - Kern Haus - Outlet Montabaur. Bei der Ster van Zwolle (1.2) am Samstag und dem Dorpenomloop Rucphen (1.2) am Sonntag blieb zwar der typische niederländische Wind aus, allerdings konnte die Mannschaft nur mit einem reduzierten Kader an den Start gehen. "Alexandre Kess hatte sich im privaten Trainingslager den Finger gebrochen, weil er mit einem Passanten zusammengestoßen ist, und Jesko Wrobel kommt gerade erst nach einer Krankheit zurück", berichtete der Sportliche Leiter Henri Philipp gegenüber RSN.
Trotz der Unterzahl überzeugte Jonathan Malte Rottmann in beiden Sprints. In Zwolle sprintete er auf Rang neun, in Rucphen verbesserte er sich am Sonntag sogar auf Platz fünf. "Mit dem Ergebnis sind wir vollends zufrieden", bilanzierte Philipp. "Sicherlich hätten wir uns ein Podium gewünscht, und besonders in Rucphen wäre das auch machbar gewesen. Aber mit der Form, die die Jungs gerade haben, sind wir für die nächsten Rennen gewappnet. Ich sehe Jonathan demnächst auf jeden Fall für uns auf dem Podium stehen."
In Zwolle überzeugte zudem Robin Kull (Storck - Mrw Bau) als 14. mit einem soliden Resultat.
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