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16.10.2012 | (rsn) - So viel steht bereits fest: Die 100. Tour de France (29. Juni - 21. Juli) wartet mit zahlreichen Höhepunkten auf. Das größte Radrennen der Welt beginnt erstmals in der Geschichte auf Korsika und hat spektakuläre Berge wie den Mont Ventoux und Alpe d’Huez im Programm.
Darüber hinaus kursieren zahlreiche Meldungen, Hinweise und Gerüchte zum Verlauf der Frankreich-Rundfahrt 2013. Daraus und aus den bereits offiziell bekannt gegebenen Etappen haben wir einen dreiteiligen Überblick zusammen gestellt, wie die Jahrhundert-Tour verlaufen könnte.
Am 24. Oktober wird Christian Prudhomme in Paris die offizielle Streckenführung bekanntgeben. Nur die ersten vier Etappen sind bisher von der ASO bestätigt.
Die Präsentation wird auch auf Radsport News per Videostream live übertragen.
So könnte die Jubiläums-Tour aussehen (Teil 1):
1. Etappe, 29.06.2013: Porto Vecchio – Bastia
Mit dem Start im Hafen von Porto-Vecchio wird die Tour bei ihrer 100. Auflage erstmals korsischen Boden betreten. Über eine Schleife in den Süden nach Bonifacio führt die flache Strecke zurück zum Ausgangsort. Im Anschluss nimmt das Feld die östliche Küstenstraße bis zum Etappenziel in Bastia. Bevor die Sprinter den Kampf ums Gelbe Trikot aufnehmen, sollten sie einen Blick auf die römischen Ruinen von Mariana werfen. In Bastia selbst könnte es dann Mark Cavendish gegen André Greipel und den Rest der Sprinterschar heißen.
2. Etappe, 30.06.2013: Bastia – Ajaccio
Der Place Saint-Nicolas in Bastia, einer der größten innerstädtischen Plätze Europas, dient als Schauplatz für den Start der 2. Etappe. Vorbei am Furiani Stadion, dem Mekka des korsischen Fußballs, durchquert der bunte Lindwurm die Insel bis nach Ajaccio am Westufer. Hinter dem Ort Corte beginnen die Steigungen. Der Col de Bellagranajo (723 Meter), der Col de la Serra (807 Meter) und der Col de Vizzavona (1163 Meter) stellen sich den Fahrern in den Weg. Zehn Kilometer vor dem Ziel wartet zudem die steile Abfahrt des Monte Salario auf die Fahrer. Die potentiellen Sieganwärter werden sich bereits auf dieser Etappe in Szene setzen müssen.
3. Etappe, 01.07.2013: Ajaccio – Calvi
Zum Abschluss des Grand Départ auf Korsika führt die Strecke entlang der Westküste von Ajaccio nach Calvi. Vor allem die Helikopter-Aufnahmen werden nochmals die ganze Schönheit der Insel einfangen. Auf den winkeligen Küstenstraßen kann auch mal schnell eine Windstaffel entstehen. Im Feld wird es hektisch zugehen, die Kapitäne müssen schließlich beschützt werden. Der Col de San Bastiano (415 Meter), der Col de Lava (498 Meter), der Col de Palmarella (374 Meter) und der Col de Marsolino (443 Meter) erinnern an einen Klassiker wie die Lombardei-Rundfahrt.
4. Etappe, 02.07.2013: Nizza – Nizza, MZF
Im Mannschaftszeitfahren in den Straßen von Nizza werden die Abstände sicher nur gering sein. Am ersten Tag auf dem Festland stehen lediglich 20 Kilometer an. Start und Ziel sollten in Nizza natürlich auf der Prachtstraße und Strandpromenade des Mittelmeerortes auf der Promenade des Anglais liegen.
5. Etappe, 03.07.2013: Cagnes-sur-Mer – Marseille
Die Provence hat landschaftlich allerhand zu bieten, und das wird die ASO auf dem fünften Tagesabschnitt mit einer Flachetappe entlang der Küste auch bildlich in Szene setzen. Nach dem Start in Cagnes sur Mer, dem Nachbarort von Nizza, führt die Strecke an der Küste entlang durch die mondänen Badeorte Antibes und Cannes. Vorbei an Frankreich schönsten Steilküsten, den Corniches, passiert das Peloton Toulon – ein Abstecher zum Hausberg von Toulon, dem Mont Faron, erscheint eher unwahrscheinlich. Später führt die Strecke vorbei an den Calanques in Richtung Marseille. Ganz klar: Tag fünf sollte ein Tag für die Sprinter sein.
6. Etappe, 04.07.2013: Aix-en-Provence – Montpellier
Auf der 6. Etappe kommen Frankreich-Liebhaber bereits beim Start in Aix-en-Provence voll auf ihre Kosten. Denn donnerstags findet dort das muntere Treiben auf dem größten Wochenmarkt der Provence statt. Dafür werden die Fahrer keine Blicke haben, wenn sie sich in Richtung Montpellier in Bewegung setzen. Abstecher ins hügelige Hinterland durch die Alpilles und nach Les-Beaux-de-Provence, einer alten Burgruine und gleichzeitig als einer der schönsten Orte in Frankreich ausgezeichnet, liegen nahe. Sollte das Peloton wie im Jahr 2009 bei der Ankunft in La Grande Motte die Camargue durchqueren, kommt der Wind ins Spiel. Ein heftiger Mistral könnte die Favoriten im Rhone-Tal überraschen. 2009 verlor der spätere Tour-Sieger Alberto Contador im Astana-Trikot wertvolle Zeit auf seinen Teamkollegen und Rivalen Lance Armstrong, der damals in Paris zusammen mit Andy Schleck das Podium komplettierte.
7. Etappe, 05.07.2013: Montpellier – Albi
Von Montpellier aus führt die Strecke quer durch das Département Herault und Tarn. Das Viaduc du Millau ist mit seinen 2460 Metern die längste Schrägseilbrücke der Welt, hat eine maximale Pfeilerhöhe von 343 Meter und wird gewiss eine Rolle auf diesem Tagesabschnitt spielen. Ob das Feld unterhalb des bombastischen Bauwerks durch Millau oder gar über die Brücke selbst rollen wird, bleibt bis zum 24. Oktober ein Geheimnis. Die Etappe endet in Albi, womit die Region Midi-Pyrenées erreicht ist. Zuvor jedoch könnte auch ein anderer Ort eine Rolle spielen: Roquefort-sur-Soulzon. Der bekannte Roquefort ist ein grün-blau marmorierter Blauschimmelkäse aus roher Schafmilch, der in der Umgebung des französischen Dorfes Roquefort-sur-Soulzon in der kargen Region Rouergue im Département Aveyron hergestellt wird. Der Roquefort erhielt 1925 als erster französischer Käse das AOC-Siegel, womit er den Schutz einer kontrollierten Herkunftsbezeichnung genießt.
8. Etappe, 06.07.2013: Castres – Ax-3 Domaines (Plateau des Bonascre)
Tag acht der 100. Tour de France startet in Castres - nur 17 Kilometer entfernt von Mazamet, dem Geburtsort des französischen Radsport-Helden Laurent Jalabert. Es wird der erste Tag im Hochgebirge sein, das Klassement wird spätestens bei der Ankunft auf dem Plateau de Bonascre ein Gesicht erhalten. Von Castres könnte der Weg vorbei an Carcassonne und dessen eindrucksvoller Festungsstadt, der Cité, über Quillan nach Axat führen. Von dort aus entlang des Flusses Aude geht im folgenden Verlauf über den steilen Anstieg hinauf zum Port de Pailhères (2001 Meter) nach Ax-les-Thermes, ehe der Schlussanstieg zum Plateau de Bonascre wartet.
9. Etappe, 07.07.2013: St. Girons - Bagnères de Bigorre
Vor dem ersten Ruhetag geht es in Pyrenäen noch einmal richtig zur Sache. Von St. Girons aus deutet vieles auf die klassische Route über den Col de Portet d’Aspet, den Col de Menté sowie den Col de Peyresourde nach Arreau hin. Von dort soll es über den Col d’Aspin nach Sainte Marie-de-Campan am Fuß des mächtigen Tourmalet gehen. Dort erinnert eine Plakette an die Tour von 1913. Eugène Christophe, genannt le Vieux Gaulois (alter Gallier), schmiedete hier ohne fremde Hilfe vor den Augen der Tour-Offiziellen die bei einem Unfall mit einem Auto gebrochene Radgabel an seinem Rennrad, und konnte die Fahrt mit vier Stunden Zeitverlust somit fortsetzen - allerdings ohne Aussicht auf den Sieg. Christophe wurde in am Ende Gesamtsiebter. Die Etappe endet wohl in Bagnères-de-Bigorre oder aber in Lourdes.
Teil 2 folgt morgen auf radsport-news.com.
Die ersten neun Etappen im Überblick:
1. Etappe, 29.06.2013: Porto Vecchio – Bastia
2. Etappe, 30.06.2013: Bastia – Ajaccio
3. Etappe, 01.07.2013: Ajaccio – Calvi
4. Etappe, 02.07.2013: Nizza – Nizza, MZF
5. Etappe, 03.07.2013: Cagnes-sur-Mer – Marseille
6. Etappe, 04.07.2013: Aix-en-Provence – Montpellier
7. Etappe, 05.07.2013: Montpellier – Albi
8. Etappe, 06.07.2013: Castres – Ax-3 Domaines (Plateau des Bonascre)
9. Etappe, 07.07.2013: St. Girons - Bagnères de Bigorre
1. Ruhetag, 08.07.2013
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