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13.12.2011 | (rsn) - Chris Horner zählt mit seinen 40 Jahren zu den erfahrensten Profis im Peloton. Weil der US-Amerikaner (damals noch RadioShack) die Tour de France 2011 nach einem schweren Sturz früh aufgeben musste, konnte er den Auftritt seiner neuen Kapitäne Andy und Fränk Schleck (beide Leopard-Trek) am Fernseher beobachten. Im Interview mit cyclingnews.com stellte er nun kritisch fest: „Andy muss im kommenden Juli in besserer Form in Frankreich antreten.“
Der Gewinner der diesjährigen Kalifornien-Rundfahrt widersprach aber der Feststellung vieler Beobachter, die Schleck-Brüder hätten während der drei Wochen der Frankreich-Rundfahrt viele taktische Fehler begangen, die sie schließlich den Sieg kosteten. Stattdessen sei entscheidend gewesen, dass Andy Schleck nicht in so guter Form wie 2010 zur diesjährigen Tour angetreten sei.
"Ich denke, man konnte sehen, dass Alberto Contador und Andy Schleck nicht so stark waren wie im Vorjahr. Da sind sie förmlich geflogen. Ihnen fehlte ein Prozent oder ein halbes Prozent, aber auf diesem Niveau kann das die Tour entscheiden ", sagte Horner im spanischen Calpe, wo das fusionierte RadioShack-Nissan-Team ein Trainingslager absolviert.
„Die Fehler danach, Alpe d'Huez ausgenommen, waren klein und nicht gravierend. Schleck hätte Contador (während der Alpe-d'Huez-Etappe, d. Red.) ziehen lassen sollen. Wenn Andy hinten geblieben wäre, hätte er Cadel Evans am letzten Anstieg vielleicht abhängen können.“ Allerdings hätten alle Favoriten taktische Fehler begangen, so der Routinier.
Auch wenn die Schleck-Brüder in den vergangenen Wochen intensiv an ihrer großen Schwäche, dem Zeitfahren, gearbeitet hätten – so sei es nach Horners Auffassung aber genau so wichtig, dass die Zusammenarbeit des Teams in den Bergen funktioniere. Leopard-Trek Team habe auf den diesjährigen Bergetappen schon früh das Tempo erhöht, in den entscheidenden Phasen seien die Schlecks aber auf sich allein gestellt gewesen. Das soll 2012 anders werden, wobei sich Horner in eine entscheidende Helferrolle zutraut. „Ich bin dann ständig im Fernsehen zu sehen, wie ich das Feld zerstöre und die Gruppe auf vielleicht zehn bis 15 Mann dezimiere. Dann kann Andy loslegen und die Tour gewinnen und ich bekomme die 50.000 Euro, kein Problem“, kündigte Horner flapsig-selbstbewusst an.
Wenn Contador und Evans die Favoritenrollen übernehmen würden, könnte das RadioShack-Nissan Team sogar in die Karten spielen. Horner erinnerte an die Tour 2008, als Carlos Sastre (CSC) das Gelbe Trikot mit dem Kopf und nicht mit den Beinen gewann – und zwar in Alpe d'Huez, wobei er davon profitierte, dass Cadel Evans damals die beiden Schleck-Brüder kontrollierte und deren Teamkollegen Sastre ziehen ließ. "Taktisch war das eine gute Sache. Ich hätte ihn auch fahren lassen“, so Horner. Der Spanier gewann die Etappe, eroberte das Gelbe Trikot und verteidigte es im abschließenden Zeitfahren souverän.
Horner hofft, dass RadioShack-Nissan die damalige CSC-Taktik wird kopieren können. "In der ersten Woche taten sie gar nichts, sie haben nicht mal Jens Voigt losgeschickt. In den Bergen waren sie dann noch frisch und konnten Cadel überraschen“, sagte er. Es wird spannend sein zu beobachten, ob sich 2012 Tour-Geschichte wiederholt!
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