Italiener will seinen schlechten Ruf loswerden

Riccò: "Die Kobra ist tot"

Foto zu dem Text "Riccò:
Riccardo Riccò (Vacansoleil) Foto: ROTH

12.11.2010  |  (rsn) – Riccardo Riccò (Vacansoleil) will von seinem schlechten Image loskommen und künftig nur noch durch – saubere – sportliche Leistungen auffallen. Der 27 Jahre alte Italiener - selbst gewählter Spitzname: „Die Kobra“ - ist nicht nur wegen seiner Dopingvergangenheit, sondern auch wegen seinem losen Mundwerk im Fahrerfeld nicht sonderlich beliebt. Selbst Teamkollegen wie der Belgier Björn Leukemans äußerten sich kritisch zum Giro-Zweiten von 2008.

Mittlerweile will Riccò, der seit kurzem vom italienischen Trainer Aldo Sassi betreut wird, aber einen Sinneswandel durchgemacht haben, wie er gegenüber cyclingnews.com erklärte. "Ich bin nicht mehr so aggressiv wie früher", sagte der Kletterspezialist am Donnerstag. "Früher hat es mich gestört, wenn die italienischen Zeitungen mehr über Basso, Nibali und Scarponi als über mich berichteten, jetzt aber nicht mehr. […]. Ich bin viel ruhiger geworden. Die Kobra ist tot!“

Sein Wechsel zu Sassi, der unter anderem auch Ivan Basso, Damiano Cunego und Cadel Evans trainiert, sei keine PR-Maßnahme, so Riccò: "Ich tue es für mich, nicht für andere Menschen. Es ist nicht meine Absicht, eine Nachricht auszusenden. Ich habe große Ziele und Aldo kann mir helfen, sie zu erreichen - so einfach ist das.“

Über das Thema Doping – Riccò war bis zum März des Jahres wegen CERA-Missbrauchs gesperrt – sei so gut wie gar nicht gesprochen worden. Allerdings habe Sassi ihm Blutproben entnommen, um einen Referenzwert für seine Hämoglobinmasse zu bekommen. Während Blutdoping mittels herkömmlicher Tests nicht nachgewiesen werden kann, weisen unter anderem Änderungen in der Hämoglobinmasse eines Athleten auf Manipulationen hin.

Sassi, der an einem Hirntumor erkrankt ist und dessen Lebenserwartung nur noch einige Monate betragen soll, hatte erklärt, dass jeder der von ihm betreuten Fahrer sauber sei und er dies auch mit Hilfe der von ihm durchgeführten langfristigen Bluttests beweisen könne.

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