Ullrich zerstört Armstrongs Nimbus

18.07.2003  |  (RA) Jan Ullrich reckt beide Arme in den Himmel, wirft Küsschen in die Menge. Seine Augen strahlen! In Cap’ Découverte, einem ehemaligen Kohletagebau nahe Albi meldet er sich mit dem Sensationssieg gegen Lance Armstrong zurück in die Weltspitze. Begeistert wird der Bianchi-Star von den vielen Tausend Zuschauern gefeiert. Sie mögen den Deutschen. Die Franzosen haben sich sehnlichst gewünscht, dass er die Tour nach Jahren der überirdisch erscheinend Dominanz des Amerikaners wieder spannend macht. Zuhause hat Ullrich längst eine neue Tourmania ausgelöst. 6,8 Millionen Menschen sitzen zu Spitzenzeiten vor den Bildschirmen, fiebern mit dem Herausforderer, der seine erste Touretappe seit 1998 gewann.

„Ich habe mir heute einen Traum erfüllt. Ich wollte in die Weltspitze zurückkehren und eine Tour-Etappe gewinnen. Das ist mir nun gelungen. Ich bin überglücklich!“

Ullrich versetzte Armstrong einen schweren Schlag. Der vierfache Toursieger hatte sich speziell auf dieses Zeitfahren vorbereitet. Hier wollte er die Tour entscheiden. Ebenso wie sein Hightech-Anzug unterwegs am Po ist sein Nimbus der Unbesiegbarkeit geplatzt. „Ich habe Ullrich schon vor der Tour als meinen größten Rivalen gesehen. Das wiederhole ich jetzt wieder. Die Tour ist aber noch nicht entschieden. Noch viele Berge liegen vor uns. Ich habe das beste Team der Welt. Ich greife wieder an.“ Ullrich war sich schon vor seinem Sieg sicher, dass es erst in den Pyrenäen ernst wird. Ullrich: „Das Rennen fängt jetzt erst an. Die Pyrenäen sind schwerer als die Alpen. Jetzt muss Armstrong etwas machen. Er hat die beste Mannschaft und nicht soviel Vorsprung wie sonst in den letzten Jahren.“

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