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17.02.2026 | (rsn) – Im Team Visma – Lease a Bike geht die Angst um. Die Angst davor, ins sportliche Mittelmaß abzurutschen. Grund dafür sind die finanziellen Gebärden der Konkurrenz. UAE – Emirates – XRG, Red Bull – Bora – hansgrohe, Lidl – Trek und auch Decathlon – CMA CGM haben die niederländische Mannschaft budgettechnisch ein- und überholt beziehungsweise ihren Vorsprung ausgebaut. Und es stellt sich die Frage, ob die mit Weltkonzernen im Rücken ausgestatteten Teams nicht über kurz oder lang weiter am Geldhahn drehen, um ihre Position zu verbessern.
Weder bei Visma, einem norwegischen Softwarekonzern, noch bei Lease a Bike, einer Tochtergesellschaft der niederländischen Pon Bike Gruppe (mit Marken wie Cervèlo, Cannondale oder Focus einer der größten Fahrradhersteller weltweit), ist das so einfach. Die Umsätze beider Unternehmen erreichen gemeinsam nur Bruchteile der Partner der anderen Teams, entsprechend geringer fällt auch das Marketingbudget aus, das für Sponsoring zur Verfügung steht. Ebenfalls anders sind die Eigentumsverhältnisse. Denn Decathlon, Lidl, Red Bull und die Vereinigten Arabischen Emirate sind neben ihren Rollen als Sponsoren mindestens Mehrheitseigner an den Teams und ihren Betreibergesellschaften, was für eine ganz andere Verbundenheit sorgt.
Dorthin will künftig auch Richard Plugge. Ihm und dem Unternehmer Robert van der Wallen, der auch beim Traditionsclub PSV Eindhoven mit drinsteckt, gehört die Yellow B Cycling BV, die hinter dem Team steht. Wie das niederländische Radsportportal Wielerflits berichtet und sich auf teaminterne Quellen bezieht, ist Plugge demnach aktiv auf Sponsorensuche, weil der aktuelle Hauptgeldgeber Visma im Rennen mit den Großsponsoren nicht mithalten kann und sich auch selbst künftig lieber in der zweiten Reihe sieht.
Die internen Quellen wollen Wielerflits auch verraten haben, dass Plugge in jüngster Vergangenheit mit verschiedenen international tätigen Unternehmen gesprochen hat, die Interesse daran haben, als Hauptsponsor ins Team einzusteigen. Wie konkret es in diesen Gesprächen aber bereits zugeht, ist unklar. Doch dass diese Verhandlungen kein Selbstläufer sind und der Gedanke, sich anders aufstellen zu wollen, auch schon länger gehegt wird, zeigen unter anderem die Fusionsgedankenspiele mit Soudal – Quick-Step, die 2023 schon mal durch die Gerüchteküche waberten und auch Amazon als potenziellen Sponsor aufs Parkett brachten.
Um aber auch mittelfristig noch in der Lage zu sein, Grand Tours oder Monumente zu gewinnen, wird ein Partner in neuen Größenordnungen unabdingbar sein. Und es muss einer sein, der bereit ist, Geld in Versprechen zu investieren. Denn der Fall Remco Evenepoel, der im Winter von Soudal – Quick-Step zu Red Bull wechselte, ist – auch wenn Vertragsbrüche zuletzt auch im Radsport häufiger wurden – mit Blick auf das oberste Regal noch die Ausnahme. Arrivierte Stars wie Mads Pedersen, Wout van Aert oder Marianne Vos im Frauenbereich haben sich lebenslang (oder zumindest für die Dauer ihrer Karriere) an ihre Teams gebunden, andere haben Langzeitverträge wie Tadej Pogacar, der bis 2030 gebunden ist. Und auch potenzielle Tour-Sieger der aktuell nachrückenden Generation wie Isaac Del Toro, Juan Ayuso oder Pablo Torres sind mindestens bis 2029 an potente Teams gebunden, die eher frühzeitig verlängern anstatt ihre künftigen Superstars wegzugeben.
Der Trend geht dahin, Rohdiamanten direkt im eigenen Nachwuchsteam zu schleifen oder eben rechtzeitig dorthin zu lotsen, bevor sie richtig teuer oder nicht mehr verfügbar sind. Das beste Beispiel dafür ist aktuell Del Toro, den UAE 2023 aus einem mexikanischen, in San Marino angesiedelten Clubteam zu sich lotste, kurz nachdem er quasi als Nobody der Nachwuchsszene die Tour de l‘ Avenir gewonnen hatte. Heute, keine drei Jahre später, scheint es fast schon utopisch, dass ein derart aussichtsreicher Junior noch keinen (Vor-)Vertrag in den Strukturen eines großen Teams besitzt. Es sei denn, er kommt aus einem Radsport-Entwicklungsland wie Mexiko.
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