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14.01.2026 | (rsn) – Nachdem Soudal - Quick-Step in den vergangenen Jahren bei der Frühjahrsklassikern den Topstars wie Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) und Tadej Pogacar (UAE – Emirates) hinterhergefahren war, wollen sich die Belgier künftig wieder mehr ihrer einstigen Domäne widmen. Mit dem Wechsel von Remco Evenepoel zu Red Bull – Bora – hansgrohe verlagert sich der Fokus des “Wolfpack“ wieder von den Rundfahrten auf die großen Eintagesrennen und vor allem die in der belgischen Heimat.
Für den erfolgreichen Übergang sollen auch die ehemaligen Quick-Step-Profis Niki Terpstra als neuer Sportlicher Leiter und Tim Declercq als Trainer sorgen. Wie der 41-jährige Terpstra, der Ende 2022 seine Karriere beendete und danach unter anderem als Experte beim Fernsehsender NOS aktiv war, gegenüber Sporza nun erklärte, sei “das Schwierigste bereits geschafft: ein gutes Team zusammenzustellen. Wir haben fantastische Arbeit geleistet. Jetzt müssen wir eine starke Gruppe formen, die bereit ist, füreinander alles zu geben“, so der Niederländer, der selber ein Klassikerfahrer von Weltklasseformat war und Paris-Roubaix (2014) sowie die Flandern-Rundfahrt (2018) gewann – beide Male im Trikot von Soudal-Quick-Step beziehungsweise dessen Vorgängern übrigens.
Der letzte Sieg des Teams bei der "Ronde" datiert von 2021 (Kasper Asgreen), danach triumphierten Pogacar und van der Poel je zweimal. Bei der "Königin der Klassiker" in Roubaix war Philippe Gilbert 2019 als bisher letzter Quick-Step-Profi erfolgreich, seit 2023 stemmte van der Poel im berühmten Velodrome jeweils den großen Pflasterstein in die Höhe.
Nun aber will Soudal – Quick-Step nicht nur bei diesen beiden Monumenten wieder angreifen. "Wir haben einige Topfahrer, darunter Sieger von Monumenten und Klassikern, und einen jungen, talentierten und sehr ehrgeizigen Fahrer. Wir haben auch Fahrer, die unsere Kapitäne hervorragend unterstützen können. Genau diese Stärke brauchen wir – diese breite Aufstellung", erklärte Terpstra vor allem mit Blick auf die Liste der Neuzugänge, aus der der frühere Mailand-Sanremo-Gewinner Jasper Stuyven, der ehemalige Roubaix-Sieger Dylan van Baarle, aber auch der talentierte Laurenz Rex, der bereits zweimal bei Paris-Roubaix in den Top Ten landete, herausragen.
Die große Frage ist aber, wie Soudal – Quick-Step gegen die beiden Überflieger van der Poel und Pogacar bestehen will. Dabei baut Terpstra auf die Stärke des Kollektivs. "Sie sind schlagbar. Aber das gelingt nur als Gruppe. Individuell sind sie so stark, dass es sehr schwierig wird", sagte der neue Sportliche Leiter und fügte an: "Mit guter Taktik und einer starken Gruppe sollten sie zu schlagen sein."
Vor allem müssten mehrere Fahrer mit dabei sein, sollten van der Poel oder Pogacar zu einer ihrer langen Solofluchten ansetzen. “Wenn sie 120 Kilometer vor dem Ziel angreifen, müssen wir folgen. Das Finale ist dann noch weit entfernt. Wenn man genügend Fahrer an der Spitze hat, kann man sich altmodisch abwechseln oder dafür sorgen, dass sie hinter einem fahren müssen. Das muss man ausnutzen, aber dafür müssen auch genügend Fahrer vorne sein", sagte Terpstra und nannte damit schon eine Hauptschwierigkeit – über genügend starke Fahrer zu verfügen, die sich von den Attacken der beiden besten Klassikerfahrer der Welt nicht abschütteln lassen.
In der Vergangenheit waren – mehr oder weniger lange - Soloritte oft das Mittel der Wahl, das Soudal – Quick-Step erfolgreich anwandte. Terpstra selber gewann die “Ronde“ und Roubaix jeweils auf diese Art und Weise.
Mittlerweile aber wenden die Konkurrenten diese Taktik erfolgreich an, so dass man darauf reagieren müsse, wie Terpstra betonte: "Natürlich können wir auf die Vergangenheit zurückblicken und darauf, wie wir es damals gemacht haben. Aber die Zeiten haben sich geändert. Wir können uns von unseren früheren Erfolgen inspirieren lassen, aber wir müssen auch neue Ideen entwickeln", fügte er an.
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