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03.03.2026 | (rsn) – Lange Zeit lief bei der 58. Samyn Classic (1.1) für Visma – Lease a Bike alles nach Plan. Als rund 60 Kilometer vor dem Ziel eine zwölfköpfige Verfolgergruppe zu den fünf Ausreißern des Tages aufschloss, waren mit den beiden Youngstern Per Strand Hagenes und Pietro Mattio gleich zwei Fahrer in Gelb-Schwarz mit dabei.
So konnte sich Kapitän Wout van Aert bei seiner Saisonpremiere auf der Straße meist im Feld verstecken – zumal der 22-jährige Hagenes kurz vor der Schlussrunde seine Begleiter stehenließ und als Solist dem Ziel in Dour entgegenjagte. Der Norweger fuhr sich bis zu einer halben Minute an Vorsprung heraus und profitierte dabei von der Uneinigkeit im Feld, wo erst spät Cofidis zur Aufholjagd blies.
___STEADY_PAYWALL__Im Finale aber wendete sich das Blatt dann zuungunsten von Visma. Zunächst musste Samyn-Debütant van Aert zehn Kilometer vor dem Ziel nach einem Defekt sein Rad gegen das von Mattio tauschen. Kurz darauf erhielt er vom Begleitfahrzeug sein etatmäßiges Ersatzrad, beide Wechsel zusammengenommen bedeutete das Ende aller Hoffnungen auf einen perfekten Saisoneinstieg.
“Als er im Finale einen Platten hatte, lagen wir anderthalb Minuten hinter ihm“, sagte Visma-Teammanager Grischa Niermann nach dem Rennen zu VTM Nieuws. “Er tauschte zuerst mit einem Teamkollegen und dann wieder mit uns. Da war es natürlich zu spät, um noch den Rückstand aufzuholen.“
Wout van Aert (Visma – Lease a Bike, 2.v.l.) musste nach einem Defekt im Finale der Samyn Classic gleich zweimal vom Rad und war deshalb chancenlos. | Foto: Cor Vos
Van Aert selber nannte gegenüber VTM Nieuws auch den Grund für seinen Defekt auf der letzten Runde. “Plötzlich lagen überall Glassplitter herum. Das ist ziemlich ungewöhnlich auf einer Strecke, die wir schon fünf oder sechs Mal gefahren sind. Das konnte nicht zufällig passiert sein. Jedenfalls habe ich versucht, aufzuschließen, aber man weiß ja, dass man alleine nicht schneller fahren kann als das Peloton.“
Danach konnte Visma noch einige Kilometer auf Hagenes hoffen, der auch noch auf der letzten Kopfsteinpflasterpassage, der Rue de Belle Vue, seinen Vorsprung mit aller Kraft verteidigte, ehe das Feld auf dem Schlusskilometer auch noch den letzten der Ausreißer wieder einfing.
Bester Visma-Fahrer war schließlich Joe van Belle (Visma – Lease a Bike), der im Sprint des knapp 50-köpfigen Feldes zeitgleich mit Sieger Jordi Meeus (Red Bull – Bora – hansgrohe) den 21. Platz belegte. Hagenes kam 1:30 Minuten später auf Rang 49 ins Ziel, van Aert wies aus dem 60. Platz weitere knapp zwei Minuten Rückstand auf.
Sein Teamkollege Per Strand Hagenes imponierte als Ausreißer und wurde erst kurz vor dem Ziel noch eingefangen. | Foto: Cor Vos
“Wout ging es gut, wir hatten heute keine Topform erwartet. Schade, dass er nicht sprinten konnte, aber wir sollten nach dem heutigen Tag noch keine voreiligen Schlüsse ziehen“, zeigte sich Niermann mit dem Auftritt seines Top-Fahrers dennoch zufrieden und wies auch auf den nächsten Einsatz hin: “Es war gut, dass er vor Strade noch ein Rennen gefahren ist."
Ob es am Samstag zu einem zweiten Strade-Sieg nach 2020 reichen könnte, ließ van Aert offen. Er habe sich zwar “gut gefühlt, konnte mir aber keine wirklichen Antworten geben, weil ich das Finale verpasst habe. Trotzdem war es die richtige Entscheidung, hier zu starten“, betonte der 31-jährige Belgiers, der seinen für den Omloop geplanten Saisoneinstieg aufgrund einer Erkrankung um drei Tage verschieben musste. "Mein Ziel war es, so schnell wie möglich Rennen zu fahren, und genau das brauche ich jetzt. Ich konnte hier einen Schritt nach vorn machen“, so van Aert, der am Mittwoch zu einem dreiteiligen Rennblock nach Italien reisen wird.
Dort wird er zunächst bei Strade Bianche (7. März) antreten, dem die Fernfahrt Tirreno-Adriatico (9. – 15. März) folgt, ehe Mailand–Sanremo (21. März) den Höhepunkt des Italien-Abstechers bilden wird.
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