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26.04.2023 | (rsn) - Das Team Lotto - Kern Haus hat bis tief ins Finale hinein die 2. Etappe der hochklassig besetzten Tour de Bretagne (2.2) bestimmt, konnte sich allerdings nicht mit etwas Zählbarem belohnen. Beim Sieg des Franzosen Rudy Barbier (St Michel - Mavic - Auber93) belegte nach 172 Kilometern in Melgven Joshua Huppertz als bester Fahrer der Koblenzer zeitgleich mit Barbier Rang 79, was allerdings nicht die Leistung der Mannschaft von Florian Monreal widerspiegelte.
Diese hatte sich nämlich vom Start weg offensiv gezeigt. Zunächst schaffte es der leicht erkältete Pierre-Pascal Keup in die Gruppe des Tages, die sich bis auf fünf Minuten vom Feld lösen konnte. Das Ausreißertrio machte auch die beiden Bergwertungen des Tages unter sich aus, wobei Keup einen Bergsprint gewinnen und den anderen auf Rang zwei überqueren konnte. Da der in der Gesamtwertung besser platzierte Franzose Baptiste Veistroffer auf die gleiche Ausbeute kam, liegt Keup in der Sonderwertung punktgleich auf Rang zwei.
"Bei der ersten Bergwertung habe ich leider nicht erkennen können, wo die Wertungsabnahme war und da habe ich knapp verloren. Bei der zweiten habe ich schon 400 Meter vorher attackiert und deutlich gewonnen", berichtete Keup gegenüber radsport-news.com.
Im Finale, als die Ausreißer um Keup schon in Schlagdistanz waren, attackierte Huppertz 20 Kilometer vor dem Ziel gemeinsam mit Landsmann Miguel Heidemann (Leopard TOGT). Das Duo wurde unterstützt von Keup, der sich aus der Spitzengruppe hatte zurückfallen lassen, um für Huppertz Tempo zu machen.
Nachdem Keup seine Arbeit geleistet hatte, konnten Huppertz und Heidemann zu Veistroffer - dem einzig verbliebenen Ausreißer - aufschließen. Gemeinsam wehrte sich das Trio nach Kräften gegen das heranrauschende Feld und musste sich fünf Kilometer vor dem Ziel geschlagen geben.
Huppertz, der zum Auftakt durch einen Split im Feld im Sprintfinale sieben Sekunden verloren hatte, konnte so aber zumindest noch bei einem Zwischensprint eine Sekunde gutmachen. Im finalen Sprint, den Henri Uhlig (Alpecin - Deceuninck Development) als bester Deutscher auf Rang acht abschloss, fehlte dem Allrounder dann aber die Kraft nach der Flucht.
"Miguel ist losgefahren und ich bin hinterhergesprungen. Ich wusste, dass es bei der Zieldurchfahrt Sekunden gibt und bin deshalb erstmal voll mitgefahren. Es war nicht wirklich realistisch, dass wir bei einem Maximalvorsprung von 30 Sekunden durchkommen würden, aber man probiert es natürlich...und es hätte ja auch klappen können", sagte Huppertz zu radsport-news.com. Seine Bilanz am Tagesende. "Ich habe eine Sekunde fürs GC geholt und dafür ein paar Körner und die Chance, im Sprint um den Tagessieg mitzumischen, weggeschmissen."
Für Teamchef Monreal war es insgesamt "ein guter Tag", wie er gegenüber radsport-news.com erklärte. "Wir haben das Rennen aktiv mitgestaltet", lobte er seine Schützlinge. "Pierre ist in der Bergwertung punktgleich, wir schauen, was da die nächsten Tage noch möglich ist. Allerdings ist er auch leicht erkältet und da müssen wir schauen, wie er sich von der heutigen Etappe erholt", ergänzte Monreal.
Der Verantwortliche von Lotto - Kern Haus bedauerte indes, dass sich dem Vorstoß von Huppertz und Heidemann nicht noch mehr Fahrer angeschlossen hatten. "Dadurch war es fast aussichtslos durchzukommen", meinte Monreal, der sich aber zumindest über die eine gewonnene Sekunde von Huppertz freute. "Die kann in den nächsten Tagen noch wichtig sein", sagte er abschließend.
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