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28.07.2019 | (rsn) – Das Warten auf das Tourdebüt hat sich für Caleb Ewan gelohnt. Im vergangenen Jahr wurde er von seinem damaligen Rennstall Mitchelton – Scott nicht nominiert, da sich die Australier völlig auf die Gesamtwertung konzentrieren wollten. Es kam zum Bruch und somit wurde der 165 Zentimeter große Sprinter bei Lotto Soudal der Nachfolger von André Greipel. Bei der 106. Austragung der Frankreich-Rundfahrt gewann Ewan drei Etappen, so viele wie kein anderer der 176 Starter. Der bedeutendeste gelange dem 25-Jährigen am Sonntag beim großen Finale in Paris.
"Es ist unglaublich. Nur schon die Champs-Élysées entlang zu fahren ist ein unwirkliches Gefühl und ich hatte fast Tränen in den Augen. Vor acht Jahren war ich das erste Mal hier in Paris und ich sagte, dass ich hier unbedingt einmal gewinnen will. Es ist fantastisch, dass es mir nun bei meiner ersten Tourteilnahme gelungen ist“, freute sich Ewan im ersten Interview nach der 21. Etappe.
Zum ersten Mal fuhr er auch eine dreiwöchige Landesrundfahrt zu Ende. Und wäre da nicht der Giro d’Italia 2016 gewesen, hätte Ewan bei allen seinen fünf Teilnahmen mindestens jeweils eine Etappe gewonnen. Damals war es ausgerechnet Greipel, der Ewans ersten Sieg in Italien verhinderte. Ein Jahr zuvor gewann der Australier bei seiner ersten Vuelta eine der wenigen Flachetappen. Nun folgte das grandiose Tour-Debüt, auf das anfangs allerdings nicht viel hindeutete.
"Ich war mir nicht mal sicher zu Beginn, dass ich es bis in die letzte Woche schaffen könnte. Die Tour hat zäh für mich begonnen. Ab der Rennhälfte begann es aber immer besser für mich zu laufen“, reflektierte Ewan, der seinen ersten Etappensieg auf dem elften Abschnitt nach Toulouse feierte, direkt nach dem ersten Ruhetag. Drei Sprintchancen gab es in der zweiten Tourhälfte und alle drei nutzte der Lotto-Neuzugang, der sich auf tatkräftige Unterstützung seines Teams verlassen konnte.
In der belgischen Mannschaft konnte er auf einen perfekten Sprintzug bauen. Mit Jasper De Buyst, Jens Keukeleire und dem Deutschen Roger Kluge, der mit ihm von Mitchelton – Scott zu Lotto Soudal gewechselt war, fand Ewan ein kongeniales Gespann, das nach Schwierigkeiten zu Saisonbeginn und einer Verletzung von De Buyst nun schon neun Siege einfahren konnte.
Auf dem Pariser Prachtboulevard war es dann der 33-jährige Kluge, der seinen Kapitän auf den letzten Kilometern am Hinterrad von Dylan Groenewegen (Jumbo – Visma) ablieferte, der sich allerdings nicht gut positionierte. "Es war ein sehr hektischer Sprint, ich war weit hinten und habe gewartet. Fast bis alle schon ihren Sprint eröffnet hatten“, erinnerte sich Ewan an den letzten Kilometer.
Er eröffnete dann hinter Groenewegen seinen Sprint. Während der Niederländer aber nach links zog, fuhr der Lotto-Profi an die rechte Seite der Fahrbahn: "Ich war glücklich, dass ich genug Geschwindigkeit hatte", sagte Ewan, der auf den letzten Metern noch am Jumbo-Sprinter vorbeizog und sich seinen dritten Tagessieg bei dieser Tour sicherte.
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