Serie: Die Tipps der Redaktion (2)

Der beste Kletterer der Tour de France 2018

Foto zu dem Text "Der beste Kletterer der Tour de France 2018"
Wer gewinnt das Bergtrikot der Tour - ein Ausreißer oder doch jemand der Top-Favoriten? | Foto: Cor Vos

02.07.2018  |  (rsn) – Das Kribbeln ist schon da. Schließlich steht mit der 105. Tour de France das Saisonhighlight schlechthin auf dem Programm. Nur noch wenige Tage trennen die Radsportwelt vom Grand Départ in der Vendée. Drei Wochen lang berichtet radsport-news.com mit Liveticker, Ergebnisberichten, Hintergrundinformationen und einem Podcast von der Frankreich-Rundfahrt.

Als kleinen Vorgeschmack präsentieren die Mitglieder der Redaktion ihre Tipps für den Gesamtsieg, die weiteren Wertungstrikots und die Mannschaftswertung. Außerdem verraten wir, auf welche Etappe wir uns besonders freuen. Im zweiten Teil behandeln wir die Frage nach dem Gewinner des Gepunkteten Trikots.

WARREN BARGUIL

Der Franzose sollte sich erneut das Trikot sichern. War es im letzten Jahr wohl nur ein Zufallsprodukt, ist diesmal das Gepunktete Trikot des Bergkönigs neben einem Etappensieg das größte Ziel. Es wäre ein Supererfolg für sein neues, nur in der zweiten Liga des Radsports angesiedeltes Team Fortuneo-Samsic. (Joachim Logisch)

Der Bretone wird sich aller Voraussicht nach weniger auf das Gesamtklassement konzentrieren und alle seine Kräfte auf Etappensiege und Ausreißversuche im Hochgebirge fokussieren. Vor allem in den Pyrenäen in der dritten Tourwoche warten Etappen mit zahlreichen Anstiegen und vielen wertvollen Punkten auf den Gipfeln. Diese Tage wird sich der Gesamtachte von 2017 dick angestrichen haben und wie 2017 auf Jagd nach dem ikonischen weißen Trikot mit den roten Punkten gehen.
(Eric Gutglück)

THOMAS DE GENDT

Da sich der natürliche Lebensraum des Belgiers in Fluchtgruppen weit vor dem Feld befindet, sammelt De Gendt auch als Erster die Punkte bei diversen Bergwertungen. Sieben Anstiege der höchsten sowie neun der ersten Kategorie werden während der Etappen ausgefahren. Nur drei Teilstücke enden mit einer Bergankunft. Die Chancen liegen also gut, dass sich dieses Jahr keine Klassementfahrer „im Vorbeifahren“ das Gepunktete Trikot sichert.
(Daniel Brickwedde)

Der Belgier hat sich in den vergangenen Jahren einen ausgezeichneten Ruf als Ausreißerkönig erarbeitet, der seine Erfolge mit cleverer Taktik und einer überragenden Rennintelligenz einfährt. 2016 wurde De Gendt so Zweiter in der Bergwertung, im vergangenen Jahr reichte es zum dritten Platz. Diesmal ist das Gepunktete Trikot fällig.
(Matthias Seng)

PRIMOZ ROGLIC

Auf die Bergwertung tippen hat ein wenig was von Lotto spielen. Und da gibt es ja einen, der für dieses Team fährt und unglaublich stark am Berg ist. Für Primoz Roglic wird es noch nicht für das Tour-Podest reichen und deshalb wird er in den Alpen auf die Bergpunkte umsatteln. Eine schwere Etappe schießt er mindestens wieder ab.
(Felix Mattis)

Auch wenn der slowenische Bergfloh wohl sogar eine Rolle im Kampf um das Gesamtklassement spielen kann, so ist Roglic ein wahres Ass bei den Bergankünften. Und die werden in diesem Jahr wohl wieder einen großen Faktor in der Bergwertung spielen, denn es wird verdammt schwierig, auf den restlichen Gipfeln mehr Punkte zu sammeln. Also geht das Trikot in diesem Jahr an einem der Fahrer, die in Paris unter den Top drei stehen. Und Roglic ist einer davon. (Peter Maurer)

LILIAN CALMEJANE

Der noch immer junge Franzose wird von seinem Team Direct Energie alle erdenklichen Freiheiten bekommen, dürfte aber kaum auf das Gesamtklassement schauen, da dieses Metier bislang nicht unbedingt seine Spezialität war. Einen Etappensieg hat Calmejane bei seiner letztjährigen Premiere bereits geschafft, so dass er diesmal ein spezielles Trikot anpeilen könnte. Ein Vorhaben, das sich mit der Jagd auf einen weiteren Tageserfolg durchaus vereinbaren ließe. Und ähnlich wie der bislang enttäuschende Vorjahres-Bergkönig, Warren Barguil, es 2017 praktiziert hat, könnte Calmejane im Laufe der Tour dann auch noch probieren, in der Gesamtwertung in Richtung Top 15 oder höher zu fahren.
(Guido Scholl)

MIKEL LANDA

Bei drei Movistar-Kapitänen müssen in der Gesamtwertung zwei leer ausgehen. Landa könnte der Fahrer sein, den Movistar aus taktischen Gründen am frühesten in die Offensive schicken wird. Dadurch wird es dem Kletterspezialisten möglich sein, viele Punkte für die Sonderwertung einzufahren. Das Gepunktete Trikot könnte somit ein Trostpflaster werden, weil er sich im Endeffekt Nairo Quintana wird unterordnen müssen.
(Christoph Adamietz)

JAKUB FUGLSANG

Das Bergtrikot wird ein starker Kletterer gewinnen, der im Gesamtklassement keine große Rolle mehr spielt und auf Etappenjagd gehen kann. Wer dieses Jahr diese unglückliche Rolle übernehmen wird, ist eine Lotterie. Ich tippe auf Jakob Fuglsang, der in den Bergen zu den Besten gehört, aber bei den großen Rundfahrten immer wieder vom Pech verfolgt wird. Er ist ein Fahrer, der sowohl aus Spitzengruppen als auch bei normalen Bergankünften punkten kann. Allerdings wäre ich auch froh, ich daneben liegen würde und der Däne im Gesamtklassement ganz vorne landet.
(Felix Schönbach)

LUIS LEON SANCHEZ

Bei Astana liegen die Hoffnungen in der Gesamtwertung auf Jakob Fuglsang. Die Chance also für Luis Leon Sanchez bei seiner 20. Grand Tour auf das Bergtrikot zu schielen. Der 34-jährige Spanier hat in dieser Saison bereits gezeigt, dass er in den Bergen immer noch voll konkurrenzfähig ist. Der Bergkönig der Vuelta 2014 hat gute Chancen, der Nachfolger von Warren Barguil zu werden.
(Lukas Kruse)

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