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19.01.2026 | (rsn) – Für das Tudor Pro Cycling Team beginnt die Saison 2026 so früh, wie bisher noch keine in der jungen Geschichte des Schweizer Rennstalls: Erstmals ist eine Delegation der Mannschaft nach Australien gereist, um beim WorldTour-Auftakt dabei zu sein, der Tour Down Under (20.-25. Januar).
Dort stellt Tudor mit fünf Mann das größte deutschsprachige Fahrer-Kontingent. Neben dem Tschechen Petr Kelemen und dem niederländischen Prolog- und Sprintspezialisten Maikel Zijlaard, der gleich am Dienstag beim 3,6 Kilometer langen Auftaktzeitfahren in Adelaide ins Rampenlicht fahren könnte, stehen der Schweizer Joel Suter und der Luxemburger Luc Wirtgen sowie die drei Deutschen Marco Brenner, Marius Mayrhofer und Florian Stork 'down under' im Team des Sportlichen Leiters Marcel Sieberg am Start.
Zum engsten Favoritenkreis gehört man bei Tudor nicht und entsprechend betonten im Vorfeld gegenüber radsport-news.com auch alle, dass man sich keinen allzu großen Druck mache. Trotzdem aber beginnt in Australien eben die Jagd auf Weltranglistenpunkte für das langfristige Ziel WorldTour-Aufstieg am Ende des Dreijahreszyklus 2028 – und vor allem will jeder Einzelne natürlich gut ins Jahr 2026 starten. ___STEADY_PAYWALL___
"Es geht von vorne los. Da interessiert niemand mehr, was vor drei Jahren war und es ist nicht so, dass ich wegen damals jetzt hier einen Vorteil hätte", sagte Mayrhofer radsport-news.com mit Blick auf seinen Sieg beim Cadel Evans Great Ocean Road Race 2023 – bei seinem letzten Besuch auf dem fünften Kontinent. Trotzdem aber sind das natürlich schöne Erinnerungen, die er mit Australien verbindet. "Klar, mir gefällt es hier", so der 25-Jährige.
Und auch Teamkollege Stork denkt gern zurück an seinen ersten und bislang letzten Australien-Ausflug im Jahr 2020 – wie bei Mayrhofer übrigens auch für das heutige Picnic-Team. "Das war wirklich ein guter Trip und hat für schöne Erinnerungen gesorgt. Wir waren damals bis zur Herald Sun Tour hier, wo wir als Team wirklich gut gefahren sind und mit Jai Hindley und Alberto Dainese drei Etappen gewonnen haben. Aber auch für mich war es damals nicht schlecht – das Rennfahren hier liegt mir einfach: nicht zu lange Berge", so Stork.
Marius Mayrhofer im Gespräch mit dem Moderator bei der Teampräsentation der Tour Down Under 2026 in Adelaide. | Foto: Cor Vos
Der 28-Jährige ist in den meisten Jahren stark in die Saison gestartet. Besonders stechen sein beeindruckender Auftritt am Jebel Hafeet bei der UAE Tour 2021, als er Siebter wurde, und sein Sieg im vergangenen Jahr bei der Mallorca Challenge in Selva heraus. Doch auch in anderen Jahren fand er sofort gut rein ins Geschehen. "Das ist wohl kein Zufall, sondern eher ein Muster geworden", meinte er. "Es liegt mir ganz gut, aus dem Training heraus Rennen zu fahren. Das zeigt sich auch während der Saison eigentlich immer, dass ich gut fahre, wenn ich aus einer längeren Trainingsphase komme."
Die jüngste Rennpause des Ostwestfalen war dann aber doch etwas länger als erhofft. Denn seine Saison 2025 endete krankheitsbedingt bereits im August beim Arctic Race of Norway. "Deshalb will ich jetzt erstmal wieder ohne Stress ins Renngeschehen reinkommen", erklärte er RSN. "Meine Erwartungen sind nicht superhoch."
Ähnlich sieht es auch Brenner. Er verpasste 2025 einen Großteil der Saison nach seinem Horror-Unfall beim Giro d'Italia und bestritt am Saisonende zwar noch einige Rennen, wo er physisch – wie Platz 5 auf der 3. Etappe der Luxemburg-Rundfahrt bewies – schon wieder stark war, psychisch aber noch unter den Sturzfolgen litt. Auch Brenner selbst wird also wohl gespannt sein, wie er sich nach einem Winter, den er zu großen Teilen in Südspanien verbrachte, nun wieder im Rennbetrieb einfindet.
Florian Stork beim Giro d'Italia 2025, wo er sich als Ausreißer stark in Szene setzte. | Foto: Cor Vos
"Das Training lief gut, ich habe einen guten Rhythmus gefunden und war nur mal kurz krank. Ansonsten war alles gut", blickte Brenner gegenüber RSN auf seine Saisonvorbereitung zurück. Auf dem Papier dürfte ihm der Parcours der Tour Down Under mit den schweren Anstiegen in der Corkscrew Road auf Etappe 2 kurz vor dem Ziel in Uraidla und am Willunga Hill auf Etappe 4 sehr gut liegen – ähnlich wie Stork. Allzu weit aus dem Fenster lehnen wollte sich der ehemalige Deutsche Meister in Sachen Zielsetzung aber auch nicht: "Ich freue mich auf eine neue Erfahrung und das gute Wetter – es kann teilweise schon sehr heiß werden. Mal sehen, wie es läuft", meinte Brenner in voller Zurückhaltung.
Klar scheint: Brenner und Stork sind die beiden kletterstärksten im australischen Tudor-Aufgebot und werden natürlich versuchen, "so lange wie möglich dabei zu bleiben" (Stork), wenn es in die schweren Etappenfinals geht. "Die Rennen hier können recht offen sein – gerade mit dem Rundkurs in Stirling am letzten Tag, wenn da noch alles nah beieinander liegt, ist es sicher gut, da noch zwei Karten zu haben", erklärte Stork.
Und Mayrhofer? Der wird sich bei der Tour Down Under voraussichtlich vor allem aufs Thema Sprint-Leadout für Zijlaard konzentrieren – wenn nicht auch diese Ankündigung eher Zurückhaltung ist.
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