Brand fehlt bei Superprestige, die Spannung kehrt zurück

Fouquenet feiert in Heusden-Zolder ihren bisher größten Sieg

Von Kevin Kempf

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Amandine Fouquenet (Arkéa – B&B Hotels) hat die Superprestige in Heusden-Zolder gewonnen. | Foto: Cor Vos

23.12.2025  |  (rsn) – Erstmals in ihrer Karriere hat Amandine Fouquenet (Arkéa – B&B Hotels) ein Rennen einer der drei großen Crosserien gewonnen. Bei der Superprestige in Heusden-Zolder kam die Französin acht Sekunden vor Kata Blanka Vas (SD Worx – Protime) ins Ziel. Die Ungarin entschied den Zweiersprint vor der Niederländerin Aniek van Alphen (Seven) für sich; die übernahm die Gesamtführung von ihrer Landsfrau Inge van der Heijden (Crelan – Corendon), die Vierte wurde.

Die Belgische Meisterin Marion Norbert Riberolle (Crelan – Corendon) kam als Fünfte ins Ziel, die luxemburgische Titelträgerin Marie Schreiber (SD Worx – Protime) belegte hinter der Belgierin Fleur Moors (Baloise – Glowi Lions) und vor der Schweizerin Jolanda Neff (Cannondale) Platz sieben.

In Abwesenheit der vier niederländischen Top-Fahrerinnen Lucinda Brand, Shirin van Anrooij (beide Baloise – Glowi Lions), Ceylin del Carmen Alvarado und Puck Pieterse (beide (Fenix – Deceuninck) entwickelte sich in Heusden-Zolder ein spannendes Rennen, in dem Fouquenet in der Vorschlussrunde ihre entscheidende Attacke fuhr. Nach dem Erfolg in Quelneuc (C2) feierte die 24-Jährige ihren zweiten Saisonsieg.

“Das ist der beste Sieg meiner Karriere. Natürlich war ich schon zweimal Französische Cross-Country-Meisterin, aber in Belgien zu gewinnen, ist etwas anderes“, sagte die Siegerin anschließend im Interview mit Telenet Play Sports. Nun wünscht sich Fouquenet, dass ihr der Erfolg von Heusden-Zolder auch die berufliche Zukunft sichern möge. “Hoffentlich bringt mir dieser Sieg einen neuen Vertrag ein. Am liebsten bei einem Team, bei dem ich weiterhin Straße und Cross kombinieren kann“, sagte die Fahrerin der sich zum Jahresende auflösenden Arkéa-Equipe.

Nach sechs Wochen Abwesenheit kehrte Vas ins Renngeschehen zurück. Dabei hinterließ sie einen deutlich besseren Eindruck als bei ihren ersten vier Saisoneinsetzen, die sie zwischen Platz neun und 13 beendete.

“Meine Vorbereitung auf die Cyclocross-Saison war nicht optimal. Nach meiner Hochzeit hatte ich eine sportlich schwierige Zeit, mit dem Koppenbergcross als Tiefpunkt. Da wurde klar, dass meine Trainingsbasis nicht ausreichte. Zusammen mit dem Team und Cyclocross-Trainer Sanne Cant haben wir beschlossen, ein paar Rennen auszulassen und uns besser vorzubereiten. Jetzt bin ich superglücklich, dass wir diese Entscheidung getroffen haben. Es ist toll, dass ich nach meiner Rückkehr gleich Zweite werden kann“, wurde Vas in einer Mitteilung ihres Teams zitiert.

Krahl auch ohne Raketenstart zufrieden

Nach ihrem Raketenstart am Vortag in Hofstade reihte sich Judith Krahl (Rose Racing Circle) diesmal auf Platz 31 ein. Danach ging es für die 24-Jährige stetig nach vorn. "Einen bisschen besseren Start hätte ich mir schon gewünscht", sagte Krahl nach dem Rennen zu RSN. "Ich wollte aber auch kein unnötiges Risiko eingehen und im Gitter landen. Es war anschließend ein wenig nervig, weil man hier oft im Stau steht. Dann habe ich ganz gut ins Rennen gefunden. In den letzten zwei bis drei Runden musste ich im Gegenwind auf der Zielgerade ich die Initiative ergreifen, aber ich wollte da auch nicht taktieren", zeigte sich Krahl mit ihrer Aufholjagd bis auf Rang 17 zufrieden.

Heizomat-Neuzugang Mae Cabaca kam bei ihrem dritten Rennen als 21. ins Ziel. Die Österreicherin Nadja Heigl (KTM Spada – Brenta Brakes) belegte Platz 26.

Im Gesamtklassement liegt van Alphen nun vor der punktgleichen van der Heijden. Fouquenet bleibt Dritte, rückt aber bis auf einen Zähler an die beiden Niederländerinnen heran. Der fünfte der acht Superprestige-Läufe findet am 30. Dezember in Diegem statt.

So lief die Superprestige in Heusden-Zolder:

Van der Heijden führte das Peloton in den ersten drei Minuten an. Als Vas die Spitze übernahm, taten sich bereits größere Lücken auf. Auf dem schwereren zweiten Teil des Parcours machte van Alphen dann Ernst, mit Vas und van der Heijden am Hinterrad kam sie auf die lange Start-Ziel-Gerade, wo fünf weitere Athletinnen der Anschluss gelang.

Dann übernahm Fouquenet das Kommando. Sie dezimierte die Gruppe im leichteren Teil des Kurses auf ein Quartett, bevor van der Heijden vor den Hügeln wieder in Führung ging. An der Zusammensetzung der Spitzengruppe änderte sich aber erst eingangs der dritten von sechs Runden wieder etwas, als Schreiber zu van der Heijden, van Alphen, Fouquenet und Vas herankam. Moors und Norbert Riberolle fehlten einige Meter.

Danach plätscherte das Rennen etwas vor sich hin, so dass Norbert Riberolle und Moors im vierten Umlauf wieder herankamen. Im schweren Abschnitt lösten sich Vas und van der Heijden. Die waren sich aber nicht einig und schon auf der Zielgerade kamen van Alphen und Fouquenet zurück. Die Französische Meisterin machte dann aber sofort Schreiber, Moors und Riberolle Norbert das Leben schwer, doch auch dieses Trio schaffte den erneuten Anschluss.

Fouquenet im Finale mit dem größten Punch

Fouquenet teilte die Gruppe nun schon im ersten Teil des Parcours, wobei die beiden Niederländerinnen und Vas an ihr dranblieben. In der Hügelzone setzte sich wieder die Französin ab. Ihre drei Gegnerinnen schauten sich auf der langen Zielgeraden an und so nahm die Spitzenreiterin zehn Sekunden vor van der Heijden, van Alphen, Vas und Norbert Riberolle die Schlussrunde in Angriff.

Als es wieder ins Gelände ging, wachte van Alphen auf, was auf den Rückstand des Quartetts aber keinen Einfluss hatte. In den schweren Teil gingen Vas, van Alphen und van der Heijden dann Schulter an Schulter, was aufgrund der schmalen Eingangskurve aber fast zu einem Sturz geführt hätte. Die Spitzenreiterin absolvierte die schweren Passagen problemlos und ungehindert und sicherte sich so den größten internationalen Sieg ihrer Karriere.

Van Alphen setzte sich mit Vas am Hinterrad noch von ihren beiden Begleiterinnen ab, ehe die Ungarin den Sprint aus dem Windschatten ihrer Gegnerin heraus locker gewann.

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