Niederländer gewinnt Superprestige in Merksplas

Nieuwenhuis auch durch Stürze und defekten Schuh nicht zu stoppen

Von Kevin Kempf

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Joris Nieuwenhuis (Ridley) hat die Superprestige in Merksplas gewonnen. | Foto: Cor Vos

15.11.2025  |  (rsn) – Nach Siegen beim Exact Cross in Heerde und bei der X2O Badkamers Trofee in Lokeren hat Joris Nieuwenhuis (Ridley) auch in der Superprestige zugeschlagen. In Merksplas war der Niederländer beim Aardbeiencross sechs Sekunden schneller als der Belgier Niels Vandeputte (Alpecin – Deceuninck), dessen Landsmann Emiel Verstrynge (Crelan – Corendon) das Podium vor Jente Michels (Alpecin – Deceuninck), einem weiteren Belgier, und dem Briten Cameron Mason (Seven) komplettierte.

Vandeputte übernahm die Gesamtführung von Michael Vanthourenhout (Pauwels Sauzen – Altez), der in Merksplas keine guten Beine hatte und mit Rang acht zufrieden sein musste. Noch schlimmer erwischte es Laurens Sweeck (Crelan – Corendon), der 13. wurde und Europameister Toon Aerts (Deschacht – Hens), der nicht über Platz 20 hinauskam. Auch der zuletzt starke Pim Ronhaar (Baloise – Glowi Lions) kam als Vierzehnter nicht an seine jüngsten Ergebnisse heran. Er opferte sich aber für seinen Teamkollegen Lars van der Haar (Baloise – Glowi Lions) auf, der sich nach schlechtem Start bis auf Platz sechs vorkämpfte.

Beim dritten Saisonsieg lief nicht alles nach Plan

Auch für Nieuwenhuis lief bei seinem dritten Saisonsieg nicht alles nach Plan. Nach zwei Stürzen, wobei er beim zweiten den Verschluss seines Schuhs beschädigte, hatte er den Anschluss an die Spitzengruppe verloren. Als einziger sprang der 29-Jährige aber wieder nach vorn. Nach einer kurzen Erholungspause zog Nieuwenhuis auf und davon und ließ der Konkurrenz keine Chance.

“Ich habe mich endlich wieder richtig gut gefühlt“, sagte Nieuwenhuis im Kurzinterview nach dem Rennen, bei dem er sich auch nicht durch einen defekten Schuh aus dem Takt bringen ließ. “Ich habe überlegt, den Schuh zu wechseln, aber dann wäre es sicher vorbei gewesen. Eigentlich lief es mit dem Schuh ganz gut.“

Zudem sprang ihm später bei einer Berührung mit Verstrynge auch noch die Kette ab. “Ich dachte: ‚Nicht schon wieder!‘ Ich fühlte mich aber super und ich bemerkte, dass die anderen viele Fehler machten und ich sie problemlos überholte. Ich habe eine halbe Runde lang Druck gemacht, um zu sehen, was passiert. Dann bin ich richtig gut durch den Sand gefahren und hatte einen kleinen Vorsprung. Und dann habe ich einfach durchgezogen“, fügte er an.

In Merksplas war erstmals auch ein Trikot von Red Bull im Cyclocross dabei. Der Niederländer Michiel Mouris von den Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies bestritt seinen ersten Wettkampf nach seiner Zeit bei den Junioren. Das tat er in Diensten der deutschen Mannschaft, für die er offiziell erst ab dem 1. Januar 2026 in die Pedale tritt.

Im Gesamtklassement liegt Vandeputte zwei Zähler vor Vanthourenhout. Nieuwenhuis rückte auf die dritte Position vor und hat sechs Punkte weniger auf dem Konto als der Spitzenreiter. Das fünfte von acht Superprestige-Rennen findet am 23. Dezember in Heusden-Zolder statt.

So lief die Superprestige in Merksplas:

Schnellstarter Danny van Lierop (ZZPR.nl – OrangeBabies) kam am besten aus den Blöcken, doch der Niederländer wurde schon bald von Thibau Nys (Baloise – Glowi Lions) abgelöst wurde. Bei seinem ersten Einsatz im Trikot des Belgischen Meisters riss er mit Vandeputte und Ronhaar eine kleine Lücke. Das Trio kam drei Sekunden vor dem Pulk zur ersten Zielpassage.

Eine zwölfköpfige Gruppe holte die Spitzenreiter wenig später aber wieder ein. Nicht dabei waren Aerts, Sweeck, Kevin Kuhn (Heizomat – Cube) und Lars van der Haar (Baloise – Glowi Lions). Eingangs der neunten Runde waren es noch neun Spitzenfahrer, wobei sich auch Michael Vanthourenhout (Pauwels Sauzen – Altez) drei Sekunden Rückstand eingehandelt hatte.

Vorn in der Spitzengruppe stürzte Nieuwenhuis. Der Niederländer war zuvor schon einmal zu Boden gegangen, diesmal kamen Materialprobleme hinzu, was ihn weit zurückwarf. Ein Angriff von Mason riss das Oktett dann auseinander. Michels folgte dem Britischen Meister. Das Duo nahm die vierte von neun Runden zwei Sekunden vor jetzt nur noch fünf Verfolgern in Angriff. Die kamen wieder heran, Vanthourenhouts Rückstand betrug inzwischen neun Sekunden, Nieuwenhuis lag derer 17 zurück.

Mason ließ nun nicht locker und probierte es in einer technischen Passage im Wald erneut. Michels, Nys und Verstrynge gingen mit. Als sein Teamkollege vorn auf das Tempo drückte, schaffte auch Vandeputte den Anschluss. Das Quintett kam zehn Sekunden vor Ronhaar, Nieuwenhuis, dessen Teamkollegen Felipe Orts und Toon Vandebosch (Crelan – Corendon) zur nächsten Zielpassage.

Nieuwenhuis mit imponierender Aufholjagd

Nieuwenhuis war jetzt der schnellste Mann auf dem Kurs und kam im Sand an die Spitzengruppe heran. Auch van der Haar machte jetzt Druck und erreichte mit Vanthourenhout die zweite Gruppe. Die wies eingangs der sechsten Runde zwölf Sekunden Rückstand auf und verlor danach weitere fünf Sekunden.

Nun machte Nieuwenhuis Ernst. Er erhöhte das Tempo und nach einigen Sekunden folgte ihm nur noch Verstrynge. Der rutschte in einer technischen Passage aber weg und verlor den Anschluss. Er kämpfte sich gemeinsam mit Michels zurück zum Niederländer, im Sand zog der aber wieder von dannen. Nun schien der Widerstand hinter Nieuwenhuis gebrochen. Die Verfolger schauten sich an und so kamen Michels, Verstrynge, Vandeputte, Mason und Nys fünf Sekunden nach dem Spitzenreiter zur vorletzten Zielpassage.

Nun übernahm Nys die Verantwortung. Mit Verstrynge am Hinterrad kam er Nieuwenhuis wieder näher, dann unterliefen ihm im Wald aber zwei kleine technische Fehler. Im Sand stand er danach sogar regelrecht und musste sogar vom Rad. Als die Glocke geläutet wurde, lag Nieuwenhuis deshalb zwölf Sekunden vor Verstrynge, Michels, Vandeputte und Nys.

Der Belgische und der Britische Meister musste ihre drei Begleiter danach ziehen lassen. Während Nieuwenhuis einsam seine Kreise zog und etwas Tempo rausnahm, sicherte sich Vandeputte durch eine gute Sandpassage den zweiten Platz. Nys hatte noch Pech mit einem Platten und verlor so noch einige Positionen.

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