Vorschau auf Paris-Nizza 2026

Vingegaard misst sich beim verspäteten Saisondebüt mit Ayuso

Von Kevin Kempf

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Juan Ayuso (damals noch UAE, jetzt Lidl - Trek, links) und Jonas Vingegaard (Visma - Lease a Bike) standen 2024 zusammen auf dem Podium von Tirreno-Ariatico. | Foto: Cor Vos

07.03.2026  |  (rsn) – Einen Tag nach Strade Bianche (1.UWT) geht es in der WorldTour am Sonntag bei Paris-Nizza (2.UWT) gleich in die nächste Runde. Wer in Italien dabei war, steht in Frankreich natürlich nicht im Start und so wird eine komplett "neue Dose" Rennfahrer geöffnet. 

Nach seiner Absage für die UAE Tour (2.UWT) taucht dabei der Name von Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) erstmals in diesem Jahr auf einer Startliste auf. Sein größter Widersacher ist wohl Juan Ayuso (Lidl - Trek), der in der vergangenen Saison Tirreno-Adriatico gewann und somit Vingegaards Nachfolger dort war.

Der Spanier hat bei der Volta ao Algarve (2.Pro) mit einem Etappen- und dem Gesamtsieg seine Form schon nachgewiesen, als er auch den danach in Frankreich entfesselnd fahrenden Paul Seixas (Decathlon – CMA GGM) in die Schranken wies. Ayusos wichtigster Helfer am Berg wird wahrscheinlich Lennard Kämna, der einer von elf Deutschen am Start der Fernfahrt sein wird.

Aufnehmen müssen es die beiden Topstars vor allem mit ganz starken Aufgeboten von Ineos Grenadiers und, wie könnte es anders sein, UAE – Emirates – XRG. Die Briten bringen Oscar Onley, Carlos Rodriguez und Kevin Vauqelin, die alle an der Algarve, oder im Fall des Spaniern in Frankreich, Top-5-Platzierungen bei Rundfahrten erzielt haben. 

UAE musste den kranken Joao Almeida kurzfristig ersetzen, hat dafür mit Brandon McNulty aber sehr fähigen Ersatz gefunden. Der US-Amerikaner wird unter anderem von Pavel Sivakov, Igor Arrieta und Marc Soler unterstützt und auch Nils Politt, seit Freitag 32 Jahre alt, wird seinen Teil der Arbeit nicht scheuen.

Neben diesen starken Blöcken gibt es auch einige Fahrer, die eher auf sich allein gestellt sein werden. Nur Red Bull – Bora – hansgrohe hat noch zwei nominelle Kapitäne dabei. Einer von ihnen ist Daniel Felipe Martinez.. Der wiedererstarkte Kolumbianer überzeugte nach langer Schwächeperiode in dieser Saison bereits mit fünf Top-Ten-Platzierungen an acht Renntagen und wurde Siebter an der Algarve. 

Sein Teamkollege Aleksandr Vlasov hatte ebenfalls ein völlig verkorkstes Jahr  2025, wurde diese Saison aber sowohl bei der Valencia-Rundfahrt (2.Pro) als auch bei der Andalusien-Rundfahrt (2.Pro) Siebter. An zehn Renntagen landete der Russe sogar neun Mal unter den besten Zehn.

Weniger erfolgreich verlief das Jahr bislang für Valentin Paret-Peintre (Soudal – Quick-Step). Der Franzose trat in sehr guter Form zur Tour of Oman (2.Pro) an, stürzte allerdings kurz vor dem Schlussanstieg der ersten Bergetappe schwer. Er fuhr das Rennen zwar zu Ende, konnte aber keine Akzente mehr setzen und will dies nun in der Heimat nachholen. 

Mit David Gaudu (Groupama – FDJ) und Lenny Martinez (Bahrain Victorious) hat er zwei Landsleute, die ähnliche Ziele verfolgen sollten. Martinez war bei seinen drei Eintagesrennen in Frankreich dreimal unter den besten Fünf, während Gaudu als 18. der UAE Tour kleinere Brötchen backen musste. Als Neunter am Jebel Hafeet setzte er aber immerhin ein Achtungszeichen – beim wechselhaften 29-Jahrigen weiß man nie sie genau, was man erwarten kann.

Mit Ivan Romeo (Movistar) und Andreas Leknessund (Uno-X Mobility) sind außerdem die ersten beiden der Andalusien-Rundfahrt dabei. Das Duo profitierte in Spanien von einer Ausreißeraktion und konnte von Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) & Co. nicht mehr in Gefahr gebracht werden.

Dünn besetzte Sprinterriege

Nur zwei Chancen bieten sich den Sprintern bei dieser Ausgabe von Paris-Nizza, wobei die auf der 1. Etappe nicht sehr groß ist. Dementsprechend dünn besetzt ist die Riege der schnellen Männer. Zwei Chancen auf einen Tageserfolg hat zweifelsohne Biniam Girmay (NSN), der dieses Jahr schon zweimal erfolgreich war. Auch Milan Menten (Lotto – Intermarché), Rick Pluimers (Tudor) und Bryan Coquard (Cofidis) können sich Hoffnungen machen, an den beiden ersten Tagen vorn dabei zu sein.

Die anderen Sprinter werden sich eher auf die 2. Etappe konzentrieren. Dazu gehören auch die Deutschen Max Kanter (XDS – Astana), Pascal Ackermann (Jayco – AlUla) und Phil Bauhaus (Bahrain Victorious), die unter anderem auf Milan Fretin (Cofidis), Casper van Uden (Picnic – PostNL), Simon Dehairs (Alpecin – Premier Tech), Luke Lamperti (EF Education – EasyPost) und Alberto Dainese (Soudal – Quick-Step) treffen.

Die deutsche Chancen

Neben den bereits genannten Profis aus Deutschland kann vor allem Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) eine gute Rolle spielen, auch wenn es um den 24-Jährigen nach seinem starke Auftritten auf Mallorca stiller geworden ist. Außerdem dabei sind zudem Maurice Ballerstedt (Alpecin – Premier Tech), Michel Heßmann (Movistar), Nikias Arndt (Bahrain Victorious), Nico Denz (Red Bull – Bora – hansgrohe), Jasha Sütterlin (Jayco – AlUla), Niklas Märkl (Picnic – PostNL) und Jonas Rutsch (Lotto – Intermarché).

Aus Österreich reisen Marco Haller (Tudor) und Patrick Gamper (Jayco – AlUla) an. Die Schweizer Hoffnungen ruhen auf Johan Jacobs (Groupama – FDJ United), Stefan Bissegger (Decathlon – CMA CGM) und Fabio Christen (Pinarello – Q36.5).

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