Steinhauser beeindruckt in Katalonien als Ausreißer

Roglic schlägt gegen Ayuso zurück und übernimmt Gesamtführung

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Roglic schlägt gegen Ayuso zurück und übernimmt Gesamtführung"
rimoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe, li.) hat die 4. Etappe der 104. Katalonien-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

27.03.2025  |  (rsn) – Es war nicht viel, was die 4. Etappe der Katalonien-Rundfahrt von der vorherigen unterschied. Wieder hatten sich Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Juan Ayuso (UAE – Emirates – XRG) als die stärksten Kletterer herausgestellt. Wieder kamen sie gemeinsam mit einem kleinen Vorsprung auf ihre Verfolger zur Ziellinie, wieder musste ein Sprint entscheiden. Und wieder wurde es verdammt eng. Das entscheidende Detail war diesmal allerdings anders: Denn nach 189 Kilometern war es nun Roglic, der am Montserrat hauchdünn die Nase vorn hatte.

Neben seinem ersten Saisonsieg feierte der 35-jährige Slowene auf dem Podium dann auch noch das Weiße Trikot mit den grünen Streifen, das dem Gesamtführenden gebührt. Denn das übernahm Roglic nun aufgrund der besseren Einzelplatzierungen auf den bisherigen Etappen von Ayuso, der nun zeitgleich Zweiter ist. Dafür halfen dem neuen Spitzenreiter neben den Bonussekunden im Ziel auch jene, die er bereits nach elf Kilometern am ersten Zwischensprint auf den Spanier gutgemacht hat.

“Es war von Beginn an ein unglaublich hohes Tempo, dass UAE vom Start weg angeschlagen hat“, sagte Roglic im Zielinterview. “Ein bisschen Energie hatte ich am Ende noch übrig, zum Glück hab ich gewonnen“, so ein noch ein bisschen lockerer als am Vortag wirkender Roglic, der dann aber wieder in sein gängiges Sprachmuster verfiel: “Es kommen noch harte Tage. Im Moment fühle ich mich gut, wir sind in einer guten Position. Aber wir schauen von Tag zu Tag und gucken, wofür das am Ende reicht. Im Moment sind die Unterschiede sehr gering, aber vielleicht holen ich oder Ayuso ja noch ein paar Minuten heraus.“

Lange Zeit bestimmte das Geschehen eine zwölfköpfige Ausreißergruppe, in der auch Lennard Kämna (Lidl – Trek) und Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) mitmischten. Steinhauser schaffte es als letztes Mitglied der Fluchtgruppe noch als Solist bis 2,5 Kilometer vors Ziel, bevor ihn die Favoriten kassierten. Belohnt wurde er dafür aber kaum, weil unterwegs trotz erneut mehr als 3000 Höhenmeter auch nur wenige Bergpunkte vergeben wurden. So führt Bruno Armirail (Decathlon – AG2R) diese Wertung weiter an. Im Punkteranking liegt Roglic nun ebenfalls vor Ayuso, der aber immerhin die Nachwuchswertung für sich beanspruchen kann.

Bester deutschsprachiger Profi des Tages wurde der Österreicher Felix Gall (Decathlon – AG2R), der als Sechster zeitgleich mit dem Tagesdritten Enric Mas (Movistar), der mit 20 Sekunden Rückstand diese Position auch in der Gesamtwertung belegt, drei Sekunden hinter Roglic ins Ziel kam. Emanuel Buchmann (Cofidis) wurde als bester Deutscher mit 47 Sekunden Rückstand 22., Steinhauser kassierte noch zwei Minuten und belegte Rang 31.

So lief die 4. Etappe der Katalonien-Rundfahrt:

Nachdem allein fünf Fahrer, unter ihnen auch Cofidis-Sprinter Stanislaw Aniolkowski, gar nicht erst an den Start gegangen waren, stieg auch Kaden Groves (Alpecin – Deceuninck) bereits nach wenigen Kilometern vom Rad. Auch der tags zuvor gestürzte Bart Lemmen (Visma – Lease a Bike) gab noch innerhalb des ersten Rennviertels auf – genau wie Hugh Carthy (EF Education – EasyPost) und Welay Hergos Berhe (Jayco – AlUla).

Doch auch aus sportlicher Sicht hatte sich bis dato schon einiges getan. Weil sich bis zum ersten Zwischensprint nach elf Kilometern noch keine Spitzengruppe absetzen konnte, nutzten die GC-Fahrer die Chance, um auf Sekundenjagd zu gehen. Roglic war dabei am erfolgreichsten und sicherte sich die maximal möglichen drei, eine ging an Ayuso. Dazwischen platzierte sich noch Axel Laurance (Ineos Grenadiers).

In den folgenden, unkategorisierten Anstiegen formierte sich dann aber doch eine zwölfköpfige Ausreißergruppe, zu der neben Kämna und Steinhauser auch die talentierten Kletterer Frank van den Broek (Picnic – PostNL) und Johannes Staune-Mittet sowie die Routiniers Geoffrey Bouchard (beide Decathlon – AG2R) und Jesus Herrada (Cofidis) saßen.

Das Streckenprofil der 4. Etappe der Katalonien-Rundfahrt | Foto: Veranstalter

Bis zur ersten Bergwertung (2. Kat.) rund 60 Kilometer vor dem Ziel hatte die Gruppe ihren Maximalvorsprung von dreieinhalb Minuten herausgefahren. Kurz vor dem Gipfel lösten sich dann Steinhauser und Staune-Mittet von ihren Begleitern. Während sich das Duo auf die Kämna-Gruppe mehr und mehr Zeit herausfuhr, machte auch das Hauptfeld Boden gut.

20 Kilometer vor dem Ziel hatten Steinhauser und Staune-Mitte noch genau zwei Minuten Vorsprung auf das Feld. Die Gruppe dahinter hatte sich geteilt, die ersten vier Verfolger van den Broek, Bouchard, Jose Parra (Kern – Pharma) und Brieuc Rolland (Groupama – FDJ) machten dabei sogar nochmal zur Spitze Boden gut und reduzierten den Abstand auf 40 Sekunden. Kämna dagegen wurde 14 Kilometer vor dem Ende gestellt.

Diesmal kommt Ayuso nicht an Roglic vorbei

Als eingangs des Schlussanstiegs auch die letzten Verfolger gestellt wurden, hatte das Spitzenduo nur noch eine gute Minute Vorsprung. Steinhauser löste sich von Staune-Mittet und hielt sich lange Zeit stark. Während der Norweger fünf Kilometer vor dem Ziel gestellt wurde, schaffte es der Deutsche bis zur 2,5-Kilometer-Marke.

In dem Moment, als die auf rund 20 Fahrer geschrumpfte Gruppe die Lücke geschlossen hatte, verabschiedete sich Adam Yates als letzter Ayuso-Helfer aus der Tempoarbeit, woraufhin sein Kapitän prompt in die Offensive ging. Roglic ließ zunächst ein Loch aufgehen, fuhr es danach aber mit gleichmäßigem Tempo relativ zügig wieder zu. Landa, der direkt mit Ayuso mitfahren wollte, überzog dabei und fiel zurück.

Results powered by FirstCycling.com

Mehr Informationen zu diesem Thema

01.04.2025Buchmann liegt im Plan, aber zur Topform fehlt noch ein Stück

(rsn) – Auf Platz 22 beendete Emanuel Buchmann seine Premiere bei der Katalonien-Rundfahrt. Damit befand sich der Cofidis-Neuzugang in guter Gesellschaft zwischen den beiden Visma-Routiniers Wilco K

30.03.2025Clever und stark: Roglic nach Katalonien bereit für den Giro

(rsn) - Primoz Roglic (Red Bull - Bora - hansgrohe) hat mit seinem Gesamtsieg bei der Katalonien-Rundfahrt eindrucksvoll bewiesen, dass er in bestechender Form ist. Der 35-jährige Slowene zeigte nic

30.03.2025Roglic entreißt Ayuso in dessen Heimatstadt noch den Gesamtsieg

(rsn) - Primoz Roglic hat die Schlussetappe der 104. Katalonien-Rundfahrt gewonnen und damit am letzten Tag auch noch die Gesamtwertung abgeschossen. Nachdem sich der 35-jährige Kapitän von Red Bul

29.03.2025Simmons nach gut 25 Minuten in Katalonien der Schnellste

(rsn) - Quinn Simmons (Lidl – Trek) hat die kurios verlaufene 6. Etappe der Katalonien-Rundfahrt gewonnen. Der US-Amerikaner setzte sich auf dem auf 72 Kilometer verkürzten Kurs mit einer Attacke k

29.03.2025Dritte Änderung der Katalonien-Etappe

(rsn) – Nach der zuerst gemeldeten, wetterbedingten Verkürzung der 6. Etappe der Katalonien-Rundfahrt sahen sich die Organisatoren des Events nun erneut gezwungen, "wegen extremen Windes“ das ne

29.03.2025Schwerster Berg der Katalonien-Rundfahrt gestrichen

(rsn) – Die 6. Etappe der Katalonien-Rundfahrt (2.UWT) wird wegen schlechten Wetters gekürzt. Der 2024 erstmals befahrene Col de Pradell (HC), der schwerste Berg der Rundfahrt, musste wegen heftige

28.03.2025Roglic erwischt die Kante, verliert aber trotzdem die Führung

(rsn) – Es braucht nicht immer Berge, um ein Gesamtklassement ordentlich durcheinanderzuwirbeln. Hier und da reicht auch ein Zwischensprint oder eine kurze Phase Seitenwind, um für einige Überrasc

28.03.2025Für Roglic machen sich drei Wochen Training am Teide bezahlt

(rsn) – Geben die Bergduelle zwischen Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Juan Ayuso (UAE Team Emirates – XRG) bei der 104. Katalonien-Rundfahrt bereits einen Vorgeschmack auf den

27.03.2025Kämna tankt an langem Tag in der Fluchtgruppe Selbstvertrauen

(rsn) – Als Georg Steinhauser (EF Education - EasyPost) acht Kilometer vor dem Ziel der 4. Etappe der Katalonien Rundfahrt (2.UWT) mit Johannes Staune-Mittet (Decathlon - AG2R) seinen letzten Beglei

27.03.2025Highlight-Video der 4. Etappe der Katalonien-Rundfahrt

(rsn) - Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) hat sich auf der 4. Etappe der Katalonien-Rundfahrt für die gestrige knappe Niederlage gegen Juan Ayuso (UAE Team Emirates – XRG) revanchier

27.03.2025Egal, ob Erster oder Zweiter: Roglic fühlt sich gut

(rsn) – Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) musste an der Skistation von La Molina einige Minuten warten, ehe die Jury das Zielfoto ausgewertet hatte und Juan Ayuso (UAE – Emirates –

26.03.2025Auch ein Tigersprung bringt Roglic nicht mehr an Ayuso vorbei

(rsn) – Er kämpfte bis auf den letzten Meter, um den kleinen, aber letztlich entscheidenden Fehler wiedergutzumachen. Reichen sollte es letztlich aber trotz des eines Sprinters würdigen Tigersprun

Weitere Jedermann-Nachrichten

03.04.2025Flandern-Rundfahrt im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) - Die Flandern-Rundfahrt bildet für Radsport-Fans gemeinsam mit Paris-Roubaix das Highlight der Klassikerwochen eines jeden Frühjahrs. Das belgische Monument, am 25. Mai 1913 erstmals ausgetra

03.04.2025Niewiadoma hofft bei der Ronde auf die Power aus dem Vorjahr

(rsn) - Diese Szene gefiel Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM – zondacrypto) beim gestrigen Dwars door Vlaanderen (1.Pro) überhaupt nicht: Als Elisa Longo Borghini (UAE - ADQ) zu ihrem letztendlich

03.04.2025Fraile hängt am Jahresende das Rad an den Nagel

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

03.04.2025Die Aufgebote für die 109. Flandern-Rundfahrt

(rsn) – Mit der Flandern-Rundfahrt (1.UWT) steht am Sonntag der Höhepunkt der flämischen Klassikerwochen an. Die 109. Ausgabe der “Ronde“ führt über 269 Kilometer Wochenende von Brügge nach

03.04.2025Die Strecke der Flandern-Rundfahrt 2025

(rsn) – Ein paar Änderungen an der Strecke gibt es immer. Da macht auch die Flandern-Rundfahrt 2025 keine Ausnahme. Doch neben dem jährlichen Wechsel zwischen den Startorten Antwerpen und Brügge,

03.04.2025Evenepoel startet bei der Tour de Romandie

(rsn) - Remco Evenepoel (Soudal – Quick) wird am Start der diesjährigen Tour de Romandie stehen, wie die Organisatoren der am 29. April mit einem Prolog in Saint-Imier beginnenden Schweizer WorldTo

03.04.2025Erholt sich Visma-Kapitänin Vos rechtzeitig zur Flandern-Rundfahrt?

(rsn) – Wenn es am kommenden Sonntag bei der 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) auf der Zielgerade in Oudenaarde zum finalen Sprint einer kleineren Gruppe kommen sollte, könnte Marianne Vos

03.04.2025Niedermaier: “Wünsche mir, beim Giro ganz oben zu stehen“

(rsn) - Nach ihrem ersten Rennblock, der mit Rang 37 bei der Trofeo Alfredo Binda (1.WWT) endete, nahm sich Antonia Niedermaier die Zeit, um mit RSN über ihren Saisoneinstieg, ihre veränderte Rolle

03.04.2025Lungenentzündung: Bettiol sagt für Flandern-Rundfahrt ab

(rsn) - Alberto Bettiol (XDS – Astana) wird am Sonntag nicht zur Flandern-Rundfahrt antreten können. Wie der Italienische Meister auf der Website seines Teams erklärte, habe er sich eine Lungenent

03.04.2025Die Aufgebote für die 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen

(rsn) – Zum mittlerweile 22. Mal steht die Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) im Programm. Rund um Oudenaarde müssen die Fahrerinnen aus 24 Teams insgesamt 168,9 Kilometer absolvieren, wobei zwÃ

03.04.2025Flandern-Rundfahrt der Frauen: Die letzten zehn Jahre

(rsn) – Die Flandern-Rundfahrt der Frauen ist das älteste durchgängig ausgetragene unter den Monumenten im Frauen-Kalender – und nach der Trofeo Alfredo Binda sowie dem Flèche Wallonne und dem

02.04.2025Highlight-Video des 13. Dwars door Vlanderen der Frauen

(rsn) - Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) ist bereit für die Titelverteidigung bei der am Sonntag anstehenden Flandern-Rundfahrt. Das bewies die Italienische Meisterin eindrucksvoll bei der 13. Aus

JEDERMANN-RENNEN DIESE WOCHE
  • Keine Termine