Deutsche Sprinter fahren in Kuurne hinterher

Brennan gewinnt seinen ersten flämischen Klassiker vor zwei Tudors

Von Sebastian Lindner

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Matthew Brennan gewinnt Kuurne-Brüssel-Kuurne mit deutlichem Vorsprung. | Foto: Cor Vos

01.03.2026  |  (rsn) – Aus einem nur noch wenige Sprinter umfassenden Feld hat Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) Kuurne-Brüssel-Kuurne (1.Pro) gewonnen und seinen zweiten Saisonsieg eingefahren. Brennan bekam den Sprint von Christophe Laporte mustergültig angefahren und siegte so mit mehreren Radlängen Vorsprung auf das Tudor-Duo Luca Mozzato und Matteo Trentin. Für das Team aus der Schweiz ist es nach dem denkbar schlecht gelaufenen Omloop Balsam auf die geschundene Seele.

Nach 195 Kilometern, die sich nicht mehr am rein am Rennnamen orientieren, sondern von Kortrijk nach Kuurne führten, waren noch etwa 50 Fahrer beisammen, die um den Sieg kämpften. Doch nur die wenigsten hatten davon noch die Power, um wirklich ins Finale einzugreifen. Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) hatte schon früh am Tag mehrere Ausreißversuche gewagt und damit angedeutet, nicht auf einen Sprint zu hoffen. Jordi Meeus (Red Bull – Bora – hansgrohe) verlor im Finale die van-Dijke-Brüder Tim und Mick, wohl, weil ihm die Körner fehlten. Tobias Lund Andresen (Decathlon – CMA CGM) hatte zwar sein Team um sich, aber nicht mehr den Punch, um Brennan die Stirn zu bieten.

Und so jubelte der der 20-Jährige nach zwei Siegen bei den Junioren nun auch erstmals im Eliterennen von Kuurne-Brüssel-Kuurne. “Damals stand man nach dem eigenen Rennen am Ziel und hat zugeschaut, wenn die Profis kamen. Und jetzt bin ich selbst in der Position hier zu siegen. Das ist schon großartig“, sagte Brennan im Siegerinterview. Für den Shootingstar der Vorsaison ist es der erste flämische Klassiker im Palmarès. “Und hoffentlich nicht der letzte“, sagte er.

Brennan war wie zahlreiche andere Profis am Vortag beim Omloop gestürzt. “Deswegen war ich ziemlich nervös. Am Kruisberg war ich ein wenig im Hintertreffen, aber das Team hat mich wieder nach vorne gebracht. Danach haben wir die Initiative übernommen und es hat sich ausgezahlt.“

Aus deutscher Sicht lief Kuurne nicht nach Maß. Max Kanter (XDS – Astana), Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) und Pascal Ackermann (Jayco – AlUla) zählten früh zu den Abgehängten. Nur der zwischendurch auffällige Nils Politt (UAE – Emirates – XRG) schaffte es mit der ersten Gruppe ins Ziel.

So lief Kuurne-Brüssel-Kuurne 2026

Eine erste frühe Spitzengruppe mit letztlich sieben Fahrern bestimmte den ersten Teil von Kuurne-Brüssel-Kuurne. Mit dabei: Roger Adria (Movistar) und der Schweizer Johan Jacobs (Groupama – FDJ). Die Gruppe fuhr sich zwischenzeitlich rund vier Minuten Vorsprung heraus und schaffte es damit über alle Anstiege des Tages, wurde aber kurz nach dem Kluisberg von den ersten Verfolgern gestellt.

Als 54 Kilometer vor dem Ziel zwölf Profis von hinten aufschlossen, war da unter anderem auch Politt dabei, dazu auch Sprinter Brennan. Viele andere Sprinter, allen voran Jonathan Milan (Lidl – Trek), Arnaud De Lie (Lotto – Intermarché), Paul Magnier (Soudal – Quick-Step) oder auch Dylan Groenewegen (Unibet – Rose) wurden an der Kombination aus Oude Kruisberg und Hotond abgehängt. Dort war es Philipsen gewesen, der neben Matej Mohoric (Bahrain Victorious) in die Offensive gegangen war.

Das Profil von Kuurne-Brüssel-Kuurne | Foto: Veranstalter

An der Côte du Trieu kurz darauf war es dann Dylan van Baarle (Soudal – Quick-Step), der Druck gemacht hatte und ein paar Fahrer mit sich zog, darunter etwa Daan Hoole (Decathlon – CMA CGM) oder Riley Sheehan (NSN). Am Kluisberg war aber auch das wieder Geschichte. Und auch die Gruppe um Politt, die sich dort bildete, schaffte es nicht weit und wurde vom Hauptfeld zurückgeholt.

Dennoch gab es weitere Versuche, den Massensprint zu verhindern. Und es waren wieder Philipsen und Brennan, die es versuchten. Im Seitenwind bildeten sich mehrere kleine Windstaffeln, die aber ebenfalls nicht lange Bestand hatten. Zunächst fanden sich 25 Mann erneut zusammen, 34 Kilometer vor dem Ziel verdoppelte sich die Anzahl der Fahrer in der Kopfgruppe nochmal.

Erst danach wurde es ruhiger, die Angriffe blieben unter der Tempoarbeit von Visma und Decathlon aus. Philipsen wechselte 15 Kilometer vor dem Ziel, als die erste Zielüberfahrt anstand, nochmal das Rad, dass er seit einem früheren Defekt von einem Teamkollegen übernommen hatte. Es war der Omloop-Dritte Florian Vermeersch (UAE – Emirates – XRG), der es zweieinhalb Kilometer vor dem Ziel nochmal mit einer verzweifelten Attacke versuchte. Doch Visma ließ nichts mehr anbrennen, sammelte alle Flüchtigen wieder ein und bereitete Brennan einen Sprint vor, den der souverän nach Hause brachte.

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