“Es war ein Kampf mit mir selbst“

Pidcock scheitert am Wetter

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Pidcock scheitert am Wetter"
Tom Pidcock konnte sich beim Omloop nicht richtig mit den vorherrschenden Wetterbedingungen arrangieren. | Foto: Cor Vos

01.03.2026  |  (rsn) – Zumindest als nicht ganz aussichtslos war Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) im Vorfeld des Omloop Niewusblad gehandelt worden. Die Realität nach etwas mehr als 200 Kilometern bei schwierigen äußeren Bedingungen sah allerdings ganz anders aus. Mehr als zwei Minuten Rückstand hatte Pidcock im Ziel auf Sieger Mathieu van der Poerl, Rang 48 stand für ihn zu Buche. “Als es nach 30 Kilometern zu regnen begann, ging es für mich nur noch ums Überleben“, gab der 26-Jährige später zu Protokoll. “Ich konnte mich nur darauf konzentrieren, warm zu bleiben und nicht zu stürzen – es war ein Kampf mit mir selbst.“

Der 26-Jährige ist nicht am Molenberg, der Mauer von Geraardsbergen oder dem Bosberg gescheitert, sondern am belgischen Wetter. Wind, Regen und Temperaturen unter zehn Grad hatte der Brite an jenem Tag nichts entgegenzusetzen. Ein möglicher Grund dafür könnte Pidcocks Vorbereitung gewesen sein. “Er war von Anfang an durchgefroren“, sagte so auch sein Sportlicher Leiter Jens Zemke gegenüber Cycling News. “Im Grunde war es das erste Mal in diesem Jahr, dass wir den eiskalten Winter zu spüren bekamen, nachdem wir viel Zeit in den südlichen Regionen und in der Sonne verbracht hatten.“

Zemke: “Er war ständig mit anderen Dingen beschäftigt“

Anfang des Jahres trainierten Pidcock und eine kleine Pinarello-Delegation im warmen Chile. Und seine ersten Saisonrennen absolvierte er allesamt in Spanien. Auch da war es häufig windig und im Fall der Clasica Jaén auch etwas feucht und nicht besonders warm, aber dennoch kaum zu vergleichen mit den Omloop-Umständen. “Selbst beim Recon am Donnerstag war das Wetter gut, da trugen wir kurze Hosen“, so Zemke weiter. “Der Wetterumschwung jetzt hat ihm ganz schön zu schaffen gemacht.“

So war der Mountainbike-Olympiasieger des Öfteren dabei zu beobachten, wie er Regenjacken und wärmende Westen an- und auszog und entsprechend in den hinteren Gefilden des Feldes unterwegs war. “Er war ständig mit anderen Dingen beschäftigt, wir konnten uns nicht richtig auf ihn konzentrieren und ihn positionieren“, sagte Zemke.

Am kommenden Wochenende steht mit Strade Bianche Pidcocks erstes großes Saisonhighlight auf dem Plan. 2023 hat er dort in Siena schon einmal gewonnen. In kurzen Hosen und bei Sonne. Auf ähnliche Verhältnisse wird der Pinarello-Kapitän auch in diesem Jahr wieder hoffen. Denn die Form, das zeigte er Ende Februar in Andalusien, ist eigentlich gar nicht so schlecht. )

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