Italiener nach Etappensieg neuer Gesamtführender

Evenepoel krampft, Del Toro startet zu spät: Tiberi gewinnt am Jebel Mobrah

Von Marc Zeiringer und Sebastian Lindner

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Antonio Tiberi gewinnt die 3. Etappe der UAE Tour. | Foto: Cor Vos

18.02.2026  |  (rsn) – Im Grunde war alles prophezeit – und doch kam es anders. Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) hat die erste Bergankunft der UAE Tour auf der 3. Etappe der Rundfahrt gewonnen und damit auch die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Der Italiener rettete 15 Sekunden auf einen stark aufkommenden Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG), der eingangs des Schlussanstieges schon weit zurück war. Der Mann in Rot, Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe), wirkte im Gegensatz zum Mexikaner zunächst locker, brach dann aber regelrecht ein und schaffte es mit mehr als zwei Minuten Rückstand auf den Tagessieger nur auf Rang 18. Immer wieder schlug er sich auf den Oberschenkel, als hätte er mit Krämpfen zu kämpfen.

Der Jebel Mobrah, neu im Programm der UAE Tour und nach 183 Kilometern ein offenbar noch härterer Gegner als ohnehin schon angenommen, sah zunächst Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) vorn, der Mitte des Anstieges in die Offensive ging und eine gewisse Zeit das Rennen anführte, am Ende aber etwas Tribut zollen musste. Neben Tiberi und Del Toro überholten noch Lennert Van Eetvelt (Lotto – Intermarché) und Harold Tejada (XDS – Astana), die lange Zeit Weggefährten des Österreichers waren, den Decathlon-Kapitän, der letztlich mit 51 Sekunden Rückstand Fünfter wurde.

"Das ist verrückt, ein wunderschönes Gefühl. Es ist heute ein Traum in Erfüllung gegangen", sagte Tiberi nach seinem erst dritten Sieg der Karriere, der gleichzeitig sein größer ist. "Ich habe von so einem Sieg geträumt, als ich Profi wurde. Jetzt ist es endlich passiert. Ich habe mich in dieser Saison von Beginn an gut gefühlt. Die Rennen waren alle gut und ich habe nur noch auf diesen Tag gewartet und heute ist er gekommen."

Mit dieser Ausgangsposition könnte in ein paar Tagen aber sogar noch mehr folgen. Mit 21 Sekunden Vorsprung auf Del Toro führt er nun die Gesamtwertung an, Dritter ist Tejada mit glatt einer Minute Rückstand. Gall liegt als Achter 1:28 Minuten zurück, sechs Sekunden hinter dem besten Lidl-Trek-Profi Derek Gee-West, der im Tagesergebnis eine Gruppe hinter Gall ins Ziel kam. Evenepoel ist auf Rang elf abgerutscht und liegt 1:44 Minuten hinter Tiberi.

Bester Deutscher der Etappe und auch in der Gesamtwertung ist Georg Steinhauser (EF Education - EasyPost). Er schaffte es mit mehr als drei Minuten Rückstand in die Top 30 des Tages und rangiert im Gesamtklassement auf Position 24.

So lief die 3. Etappe der UAE Tour

Die Königsetappe der diesjährigen UAE Tour begann mit einer Doppelattacke des Teams Alpecin – Premier Tech. Silvan Dillier, der bereits im ersten Teilstück als Ausreißer unterwegs war, löste sich gemeinsam mit Jonas Rickaert vom Feld. Es gab keine Anzeichen, dass ihnen jemand folgen wolle, und so erarbeiteten sich die beiden in den ersten Kilometern einen großen Vorsprung. Nach 45 Kilometern lagen sie 8:30 Minuten vor dem Peloton, dass von Red Bull – Bora – hansgrohe angeführt wurde.

Das Profil der 3. Etappe der UAE Tour | Foto: Veranstalter

Im weiteren Verlauf der Flucht pendelte sich der Abstand bei etwas unter acht Minuten ein. Zur Rennhälfte nach knapp 90 Kilometern lag das Ausreißerduo 7:45 Minuten vor dem Hauptfeld. Beim ersten Zwischensprint des Tages holte sich Dillier vor Rickaert acht Zähler sowie drei Bonussekunden. Im Feld dahinter nahm Jonathan Milan (Lidl – Trek) im Sprint noch einen Punkt mit, da Simon Dehairs (Alpecin – Premier Tech) ihn im Sprint schlug.

Auf dem Weg zur zweiten Sprintwertung, die 25 Kilometer vor dem Ende abgenommen wurde, absolvierten die Fahrer die erste leichtere Steigung der Etappe. Der Vorsprung der beiden Ausreißer schrumpfte weiter und betrug beim Sprint nur noch dreieinhalb Minuten. Auch hier sicherte sich Dillier die vollen acht Punkte vor Rickaert. Mit Gerben Thijssen schnappte ein weiterer Teamkollege Milan ein paar Punkte weg, der erneut einen Zähler sammelte. Damit übernahm Dillier auch die Führung in der Punktewertung.

12 Kilometer vor dem Ende wurden Dillier und Rickaert vom Feld eingeholt. Die erste Attacke am Schlussanstieg kam von Chris Harper (Pinarello – Q36.5). Er wurde aber dank starker Tempoarbeit von Daan Hoole (Decathlon – CMA CGM) kurz vor einer letzten kleinen Abfahrt acht Kilometer vor dem Ziel wieder eingeholt. Im steilen Teil des Anstiegs setzte Gall als Erster zu einem Vorstoß an. Es bildete sich zunächst eine vierköpfige Spitzengruppe mit Tiberi, Plapp und Tejada. Evenepoel bekam in dieser Phase große Probleme und fiel daraufhin weit zurück. Del Toro hingegen schob sich nach schlechter Positionierung zu Beginn des Anstiegs immer weiter nach vorne.

Vier Kilometer vor dem Ende hatte sich mit Tiberi, Gall, Plapp und Tejada ein Quartett wieder zusammengefunden. Der Italiener setzte wenig später die entscheidende Attacke und konnte sich von seinen Kontrahenten lösen und feierte mit 15 Sekunden Vorsprung den ersten Saisonsieg. Dahinter flog Del Toro an allen anderen vorbei und wurde Zweiter. Kurz vor dem Ziel überholte auch noch Van Eetvelt Tejada und Gall und belegte somit den dritten Platz.

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