Franzose hat noch mit Unbeständigkeit zu kämpfen

Martinez: “...dann bewegt sich mein Rad einfach nicht vom Fleck“

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Lenny Martinez (Bahrain Victorious) im Gepunkteten Trikot der Tour de France | Foto: Cor Vos

17.12.2025  |  (rsn) – In seinem ersten Jahr bei Bahrain Victorious ist Lenny Martinez der Durchbruch in der WorldTour gelungen. Der Franzose feierte Etappensiege bei Paris-Nizza, der Tour de Romandie und dem Critérium du Dauphiné und beendete in Japan seine dritte Profisaison standesgemäß mit dem Gewinn des Japan Cup.

Bei allen Erfolgen musste der 22-Jährige aber auch einige Rückschläge wegstecken. Bei der Tour de France etwa lief es für Martinez nicht wie gewünscht. Auf der 18. Etappe wurde er auf dem Weg zum Col du Glandon, an dessen Gipfel er kurz darauf die erste Bergwertung des Tages gewann, dann auch noch von den Fernsehkameras dabei gefilmt, wie er sich im Kampf um das Gepunktete Trikot bei der Versorgung mit Trinkflaschen vom Begleitfahrzeug den Anstieg hinaufziehen ließ. Bestraft wurde Martinez später dafür unter anderem mit dem Abzug von acht Bergpunkten. Die Tour beendete er nach wechselvollem Verlauf auf Rang 79, in der Bergwertung reicht es dagegen zum dritten Platz

Auch in anderen Rennen präsentierte er sich unbeständig, was für Martinez aber nicht überraschend kam. “Ehrlich gesagt, war das schon immer so. Bei den Junioren kam es vor, dass ich am Samstag auf Platz 100 gelandet bin und dann am Sonntag unglaublich stark war und gewonnen habe“, erzählte er gegenüber cyclingnews.com.

Diese Extreme habe er auch noch in dieser Saison bei sich festgestellt, so der Kletterspezialist. “Es ist rein körperlich bedingt, denn dieses Jahr habe ich gemerkt, dass ich mich, obwohl ich im Teambus super motiviert und überglücklich war, am ersten Anstieg völlig nutzlos gefühlt habe“, erzählte Martinez. “Es gab Tage, wie zum Beispiel beim Critérium du Dauphiné, an denen ich mich richtig krank gefühlt habe; ich fühlte mich einfach nicht gut. Mental gesehen wollte ich die (8.) Etappe nicht fahren, weil ich so erschöpft war. Und am Ende habe ich sie gewonnen.“

Nun hofft der Gesamtzweite der diesjährigen Tour de Romandie, dass er besser und stabiler in seinen Leistungen wird. “Ich denke, das kommt mit dem Alter. Ich weiß, dass ich an einem guten Tag sehr stark sein kann. An einem schlechten Tag aber bewegt sich mein Rad einfach nicht vom Fleck. Aber dieses Jahr habe ich einen riesigen Schritt nach vorn gemacht“, sagte er zuversichtlich und spielte damit auf seine Siege auf WorldTour-Niveau an. “Eine Etappe bei Paris-Nizza und das Critérium du Dauphiné zu gewinnen, ist wirklich fantastisch. Als ich jünger war, habe ich zu Fahrern aufgeschaut, die das geschafft haben, jetzt habe ich es selbst geschafft.“

Schweiz-Rundfahrt als Generalprobe auf die Tour

Für 2026 plant er einige Änderungen an seinem Rennprogramm. Wie im Vorjahr sind Paris-Nizza, die Tour de Romandie und die als Höhepunkt die Tour de France vorgesehen. Auf die Katalonien-Rundfahrt wird er wohl verzichten und als Generalprobe auf die Frankreich-Rundfahrt wird Martinez nicht das Critérium du Dauphiné bestreiten, das künftig unter dem Namen Tour Auvergne - Rhône-Alpes veranstaltet wird. 

Stattdessen wird er wie bereits 2024 bei der Tour de Suisse starten. “Mein Programm lief letztes Jahr gut. Und das Team schlug vor, die Tour de Suisse zu fahren, was ich für eine gute Idee halte. Es ist immer schön, andere Orte zu sehen“, sagte er dazu.

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