Santa Vall: Erstes Kräftemessen der Gravel-Elite in Europa

Voß, Kasper und Co.: Deutsche mit gemischten Gefühlen

Von Jens Claussen

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Der Vorjahresdritte Paul Voß (AUTSAID) geht im Trikot des Deutschen Meisters an den Start. | Foto: Pierre Barton/Rose Bikes

13.02.2026  |  (rsn) - Nachdem die Straßensaison schon in vollem Gange ist, steht für die Gravel-Pros mit Santa Vall by The Traka nun auch das erste namhafte Rennen im europäischen Kalender auf dem Programm. Am 14. und 15. Februar versammelt sich nahe Girona nahezu das gesamte “Who is Who” des professionellen Gravel-Sports. Sowohl die Vorjahressieger Magnus Bak Klaris (PAS Racing) und Annika Langvad (Specialized Off-Road Team), als auch weitere prominente Namen aus dem Profiradsport stellen sich einem ersten Kräftemessen.

So ähnelt die Startliste derer ganz großer Rennen wie The Traka oder Unbound, die später im Jahr noch folgen werden. Stechen bei den Männern Keegan Svenson (Specialized Off-Road Team), Jasper Ockeloen (Canyon All Terrain Racing), Romain Bardet (Factor Racing RCC) oder der Vorjahresdritte Paul Voß (AUTSAID) heraus, ist das Teilnehmerfeld der Frauen mit Karolina Migon (PAS Racing), Geerike Schreurs (Specialized Off-Road Team), Rosa Klöser (Canyon – SRAM – zondacrypto), Larissa Hartog und Carolin Schiff (beide Canyon All Terrain Racing) nicht minder hochkarätig besetzt.

Bei der mittlerweile 10. Austragung von Santa Vall, welches zur Rennserie “Gravel Earth Series“ zählt, müssen wie schon im Vorjahr zwei anspruchsvolle Etappen bewältigt werden. Beide Tagesabschnitte starten in Sant Gregori unweit Gironas; dem Standort, an dem so viele Radprofis während der Saison ihre Zelte aufschlagen. “Der erste Tag ist mit dem mittleren Anstieg, der unten recht steil ist, natürlich anspruchsvoll”, schätzte Voß für RSN das Streckenprofil ein. “Auch Tag zwei hat es in sich mit einem Berg direkt nach dem Start und einer technischen Abfahrt, die unmittelbar darauffolgt”, so der Sieger von The Traka 2023 weiter.

Voß im Formaufbau, Koppenburg und Kasper vor neuen Herausforderugnen

Der aktuelle Deutsche Gravelmeister erwartet aufgrund der nicht allzu langen Renndistanzen von 129 Kilometern (1. Etappe) und 86 Kilometern (2. Etappe) zwei intensive Radrennen, auf die er in den letzten Wochen gezielt hingearbeitet hat. “Ich hatte eine gute Vorbereitung mit zwei Trainingslagern und ohne Krankheit”, sieht sich Voß gut gerüstet für die erste Bewährungsprobe der Saison. Auch wenn laut eigener Aussage auf Santa Vall noch kein Hauptfokus liege, wolle er trotzdem versuchen, vorne dabei zu sein. “Ich befinde mich immer noch in der Aufbauphase, steigere langsam die Intensitäten und werde versuchen, in der Gruppe zu sitzen, die um den Sieg mitfährt. Weitere Ansprüche an mich selbst möchte ich aber noch nicht stellen”, wollte er die Messlatte nicht zu hoch ansetzen.

Mit einer deutlich geringen Erwartungshaltung reist Romy Kasper (PAS Racing) nach Spanien, wie sie RSN verriet. Nach einer langen Straßenkarriere setzt der ehemalige WorldTour-Profi 2026 voll auf die Karte Gravel und hat beim dänischen Gravel-Pro Team PAS Racing angeheuert. Kasper wisse bei ihrem ersten Start in Girona aber nicht wirklich, was sie dort erwartet. “Ich gehe sehr unvoreingenommen in die beiden Rennen, da es noch früh in der Saison ist und wir Santa Vall quasi als Auftakt für unser erstes gemeinsames Trainingslager mit dem Team nutzen wollen”, schätzte die 37-Jährige die Aussicht auf ein gutes Ergebnis recht nüchtern ein.

Ähnlich zurückhaltend äußerte sich Clara Koppenburg direkt aus Girona gegenüber RSN. “Ich sitze zum ersten Mal seit drei Monaten wieder auf dem Gravelrad und habe dementsprechend überhaupt keine Erwartungen an die beiden Rennen. Für mich ist jetzt sowieso erstmal alles Neuland. Ich möchte zunächst meine eigenen Grenzen in diesem Sport kennenlernen, über mich hinauswachsen und einfach Spaß haben – mehr nicht“, meinte sie nach einer ersten Streckenbesichtigung. Koppenburg wechselte zu Saisonbeginn von der Straße auf den Schotter und kann, eingebettet in die Strukturen von Tudor, alle Vorteile des Männer-Straßenteams genießen. “Uns erwarten am Wochenende viel Matsch und einige Durchquerungen von Flüssen“, gab die 30-Jährige auch gleich noch ein Strecken-Update.

Anhand ihrer bisherigen Erfolge müssen auch Klöser und Schiff zum erweiterten Kreis der Favoritinnen gezählt werden. Klöser startet im Deutschen Meistertrikot und gewann im Vorjahr acht Gravelrennen. Für Schiff, die im Jahr 2023 Unbound gewann, ist es die Rückkehr in den Rennbetrieb nach neun Monaten Pause.

Beide Rennen können im Livestream auf YouTube verfolgt werden:

Die Gravel Earth Series ist neben der UCI Gravel World Series die zweite bedeutende Rennserie weltweit im Gravelsport und umfasst 2026 elf Veranstaltungen.

Die Rennen der Gravel Earth Series 2026 im Überblick

14.-15. Februar 2026: Santa Vall, Sant Gregori (Spanien)

28. März 2026: The Hill, Borgoluce (Italien)

11. April 2026: Gravel Desert, Granén (Spanien)

1.-2. Mai 2026: The Traka, Girona (Spanien)

7. Juni 2026: Ranxo, Ponts (Spanien) -

13. Juni 2026: Lost & Found, Portola (USA)

16.-19. Juni 2026: Migration Gravel Race, Massai Mara (Kenia)

8.-12. Juli 2026: Oregon Trail, Bend (USA)

1. August 2026: Megre, Anyksciai (Litauen)

15. August 2026: Core, Iowa City (USA)

6. September 2026: The River, Bouillon (Belgien)

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