Dank Gruppenzwang in Hulst zum erneuten Comeback

Meisen: “Ich glaube, nächstes Jahr sind wir safe!“

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Meisen: “Ich glaube, nächstes Jahr sind wir safe!“"
An der Schlüsselstelle scheiterte nicht nur Thibau Nys regelmäßig. Meisen kam sie fast immer auf dem Rad hoch. | Foto: Kevin Kempf

01.02.2026  |  (rsn) – Marcel Meisen ist bei der Cross-WM in Hulst, zu der er gar nicht mehr antreten wollte, 26. geworden. “Das war’s, denke ich“, eröffnete RSN das Gespräch mit dem Deutschen Meister. ”Hoffentlich!”, antwortete der lachend. Gerade hatte er das letzte Querfeldein-Rennen seiner Karriere bestritten; zum dritten Mal nach der WM in Liévin und der DM in Bensheim vor drei Wochen.

Als letzter aller Athleten stand Meisen in Hulst noch im Zielraum, um mit Zuschauern zu reden. Fast hätte man denken können, dass ihm der Abschied vom Cyclocross schwerfällt. “Nein, überhaupt nicht“, erwiderte er. “Es sieht jetzt vielleicht so aus als würde ich noch mal gern weiterfahren, aber das ist eigentlich gar nicht der Fall. Das Rennenfahren macht nicht mehr so Spaß wie früher. Jetzt reicht’s!“, versicherte der 37-Jährige.

DM "wirklich spontan", WM "überhaupt gar nicht geplant"

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Aber da muss man bei Meisen skeptisch sein, denn das hatte er schon vor einem Jahr bei den letzten Welttitelkämpfen behauptet. Dann kam Anfang 2026 überraschend der Rücktritt vom Rücktritt. ”Die DM bin ich wirklich spontan mitgefahren, weil ich mich beim Radfahren gut gefühlt habe. Aber ich habe mich nicht speziell vorbereitet oder so. Und die WM war überhaupt gar nicht geplant. Der BDR fand es ganz gut, dass ich als Deutscher Meister noch mal mitfahre für die Nachwuchsfahrer und Fabi Eder, für den es die erste WM war. So konnten wir uns zusammen etwas vorbereiten“, erklärte er seine Entscheidung, schon wieder aus dem Ruhestand zurückzukehren.

Marcel Meisen ritt in Hulst dem Sonnenuntergang entgegen. | Foto: Kevin Kempf

“Also bin ich mitgefahren, auch wenn es eine Stunde Quälerei ist. Gerade wenn man das ganze Jahr keine Rennen gefahren ist, ist man es einfach nicht mehr gewohnt und alles tut doppelt weh“, sagte Meisen. Am Ende stand bei Mathieu van der Poels achtem Weltmeistertitel Platz 26 für den Deutschen zu Buche; er kam direkt hinter Eder ins Ziel. Damit war er eine Position besser als letztes Jahr in Liévin, wo er mit 16 internationalen Wettkämpfen in den Beinen angetreten war. “So wenig Rückstand hatte ich heute nicht erwartet“, gab er zu, auch wenn er die Platzierung als “nichts Besonderes“ empfand.

Entscheidung für Hulst fiel diese Woche

Die Entscheidung, dass Meisen in Hulst startet, fiel tatsächlich erst diese Woche. German Cycling hatte ihn für die WM gemeldet, aber auf Anfrage mitgeteilt, dass das nur eine Vorsichtsmaßnahme war und der Routinier im Ruhestand bleibe. Und diese Aussage war zu dem Zeitpunkt auch wahr. “Aber German Cycling und ein paar Leute, die mir relativ nah sind, haben mich überredet. Und da habe ich gesagt: ‘Komm, ich nehme das noch mal mit.‘ Auch mit dem Gedanken, dass ich mal eine WM fahren kann, ohne dass ich mir etwas vorgenommen habe“, erklärte Meisen die Entscheidung zur Teilnahme.

Meisen in einer Abfahrt | Foto: Kevin Kempf

Und die begann mit einem außergewöhnlich guten Start, auch weil der zehnfache Deutsche Meister mit seiner “Erfahrung die richtige Position in der letzten Reihe gewählt hat“. So kam er ungefähr als 15. ins Gelände, doch den Rang konnte er nicht halten. “Ich wusste, welches Tempo ich so fahren kann. Das war nicht für Platz 15, sondern eher Platz 25. Das ist aber völlig in Ordnung. Ich habe meine guten Jahre gehabt“, resümierte er.

Mit Gruppenzwang in die Niederlande

Obwohl es der Druck der Gruppe war, die ihn zur 14. WM-Teilnahme getrieben hat, zeigte Meisen keine Reue: “Die DM hat mir jetzt auch nicht Spaß gemacht. Aber klar, wenn du erst mal im Ziel bist, bist du eigentlich immer froh, dass du es gemacht hast. Heute die WM zu fahren war auch keine Blamage für mich“, bilanzierte er zufrieden.

Und bei so einem positiven Urteil, musste natürlich beim Comeback-Kid der deutschen Cross-Szene natürlich nachgehakt werden. Ob er schon wisse, wo nächstes Jahr die DM und WM stattfinden, fragte RSN mit einem Augenzwinkern. “Ich weiß es“, lachte Meisen. “Aber wo die WM stattfindet ist nichts, was mich reizt. Ich glaube nächstes Jahr sind wir safe!“

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