--> -->
03.05.2017 | (rsn) - Frauenradsport hat sich entwickelt. Annemiek van Vleuten sieht ausgerechnet das Straßenrennen in Rio als Katalysator der Entwicklung. Die Niederländerin war dort in Führung liegend schwer gestürzt und musste bewusstlos ins Krankenhaus gebracht werden.
Stolz sagt sie nun am Rande des Pre-Events der Middle East Peace Tour, den sie als Gast begleitete: "Das war ein tolles Rennen, sehr spektakulär. Man soll von mir nicht nur den Sturz in Erinnerung behalten und allein diese Bilder zeigen. Man soll auch zeigen, was davor geschah, wie ich am Anstieg alle abhängte und die Stärkste im ganzen Peloton war."
Nach Rio ging es aus van Vleutens Perspektive mit dem Frauenradsport weiter bergauf. "Wir hatten jetzt das Amstel Gold Race. Jahrelang haben wir danach gefragt, in diesem Jahr gab es das endlich für uns", erzählt sie. Von 2001 bis 2003 gab es schon einmal ein Frauenrennen beim Amstel, dann eine lange Pause.
Bei der Neuauflage war van Vleuten Dritte, geschlagen von Landsfrau Anna van der Breggen und der Britin Lizzie Deignan. "Die ganze Atmosphäre des Rennens war toll. Wir sind zusammen mit den Männern gestartet, beim Einschreiben waren 10.000 Fans da. Die letzten 45 Minuten wurden live im Fernsehen übertragen, sogar in Australien", meint die für den australischen Rennstall Orica-Scott startende Athletin.
Dass die Flandern-Rundfahrt der Frauen inzwischen das gleiche Finale wie die Ausgabe für die Männer hat, sieht van Vleuten - bei diesem Rennen Vierte - ebenfalls als Zeichen des Aufschwungs. Und da erstmals Lüttich - Bastogne - Lüttich als Frauenrennen ausgetragen wurde und der Wallonische Pfeil (seit 1998 im Programm) zur Women's World Tour gehört, haben die Profi-Frauen jetzt auch ein exzellentes Klassikerfrühjahr.
Nicht ganz so gut zu sprechen ist van Vleuten auf La Course, das Frauenrennen der Tour de France. "La Course ist nur so eine Show auf den Champs Elysees, da sieht man nicht, was Frauenradsport wirklich ausmacht", urteilte sie. Lieber hätte sie ein Etappenrennen, zur gleichen Zeit und mit den gleichen Etappenzielen wie die Tour de France. Am besten an den letzten zehn Tagen der Tour. In diesem Jahr rückt La Course bei der Tour ein paar Tage vor und findet bei der Bergankunft am Col d'Izoard statt.
Van Vleuten warnt aber auch, die bisherigen Wettbewerbe nicht zu vernachlässigen. "Sie sind wichtig für uns, sie sollten erhalten und gestärkt werden", sagt sie, und hebt als besonders schöne Rennen die Baskenland- und die Thüringen-Rundfahrt hervor. Nicht zufrieden ist sie jedoch mit der finanziellen Situation. "Es gibt bei uns Frauen, die nebenbei noch einen Job machen, um Geld zu verdienen, weil sie von ihren Rennställen nichts erhalten. Das ist nicht gut für den Sport. Es sollte, ähnlich wie bei den Männern, ein Mindesthonorar geben", fordert sie.
1000 Euro pro Monat hält sie für angemessen. "Man kann es nicht sofort und nicht von allen Teams verlangen. Manche würden dann finanziell kaputt gehen. Man muss ihnen auch Zeit lassen. Aber die besten zehn, fünfzehn Teams sollten 1.000 Euro im Monat für jede Fahrerin schon aufbringen können", sagt sie.
Auch bei den Preisgeldern sieht van Vleuten Nachbesserungsbedarf. Zunächst einmal bei der UCI: "Die fordert für den Sieger des schwersten Männerrennens, der Tour de France, 16.000 Euro als Minimum der Siegprämie. Fürs schwerste Frauenrennen, den Giro d'Italia, setzt die UCI aber nur 1.100 Euro als Minimum an. Es liegt dann an den Veranstaltern, ob sie noch mehr zahlen. Aber dass Männer und Frauen schon vom Weltverband so ungleich behandelt werden, ist nicht gut."
Freilich warnt van Vleuten auch hier vor einer Überforderung. "Manche Veranstalter könnten finanziell an die Grenzen kommen", sagt sie - und stellt dann noch eine drastische Überlegung an "Von mir aus müsste es gar keine Preisgelder geben. Man sollte Rennen fahren, weil man sie gewinnen will, nicht, weil es da Geld gibt. Wenn es aber Geld gibt, dann sollte es zwischen Männern und Frauen gleich verteilt sein", meint sie. Klare Ansagen einer konsequenten Sportlerin.
Als sportlichen Höhepunkt dieser Saison plant van Vleuten den Giro d'Italia, zum ersten Mal mit Klassement-Ambitionen. "Ich bin keine Kletterin, das wird nicht leicht. Aber ich mag Herausforderungen." Das glaubt man ihr sofort.
25.10.2017Premiere der Middle East Peace Tour muss auf 2019 verschoben werden(rsn) - Die Premiere der Middle East Peace Tour (MEPT) muss um ein Jahr verschoben werden. Wie Organisator Gerhard Schönbacher in einer Pressemitteilung ankündigte, wird das für den 9. bis 15. Mär
02.05.2017Middle East Peace Tour: Bewegungsfreiheit durch Radsport(rsn) - Der Pre-Event der Middle East Peace Tour, die nächstes Jahr ausgetragen werden soll, deutete das Potenzial des 7-Etappen-Rennens durch Jordanien, Ägypten, Israel und Palästina an - sportlic
26.04.2017Middle East Peace Tour verbindet Krisenregionen für den Frieden(rsn) - Gerhard Schönbacher, einstiger Träger der Laterne rouge bei der Tour de France, organisiert die Middle East Peace Tour, ein 7-Etappen-Rennen für Profis und Amateure durch die Krisenregion d
10.03.2026Ineos im Teamzeitfahren knapp vor Lidl - Trek, Ayuso in Gelb (rsn) – Es war enger als erwartet, doch am Ende hatten die Favoriten die Nase vorn. Ineos Grenadiers hat das Mannschaftzeitfahren auf der 3. Etappe von Paris-Nizza für sich entschieden – es war d
10.03.2026Van der Poel schlägt im Bergaufsprint die junge Garde (rsn) – Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) hat die 2. Etappe von Tirreno – Adriatico (2.UWT) gewonnen. Nach 206 Kilometern von Camaiore nach San Gimignano war er im Dreiersprint berga
10.03.2026ASO zum Paris-Nizza-Auftakt: “Keine negativen Reaktionen erhalten“ (rsn) – Nach der 1. Etappe von Paris-Nizza hatte Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) deutliche Kritik an der Strecke geäußert. “Ich fand die Route heute nicht besonders gut. Es war eines W
10.03.2026Van der Poel würde gerne zu Strade Bianche zurückkehren (rsn) – Obwohl auch die diesjährige Strade Bianche mit ihren mehr als 3.500 Höhenmetern wieder extrem schwer und damit eine Angelegenheit für Kletterer wie den mittlerweile viermaligen Sieger Tad
10.03.2026“Doppelagentin” Klöser: “Sehe mich als eine der Top-Fahrerinnen“ (rsn) - Die Deutsche Gravelmeisterin Rosa Maria Klöser (Canyon - SRAM - zondacrypto) bezeichnet sich immer noch als Newcomerin im Radsport. Und das trotz prestigeträchtiger Erfolge wie dem Gewinn d
10.03.2026Fernduell zwischen Decathlon und UAE um Jungstar Seixas (rsn) - Paul Seixas hat nach nicht erst seit seinem sensationellen Saisonstart offenbar das Interesse des weltbesten Teams geweckt. Wie Wielerflits berichtet, arbeite UAE – Emirates – XRG “hinte
10.03.2026Pedersen zu Mailand-Sanremo Start: “Wird schwierig“ (rsn) – Mehr als einen Monat nach seinem Sturz zum Auftakt der Valencia-Rundfahrt (2.Pro) ist fraglich, ob Mads Pedersen (Lidl – Trek) rechtzeitig bei Mailand-Sanremo (21. März) am Start stehen w
10.03.2026Tirreno: Jury bestraft Hayter wegen “unangemessenen Verhaltens“ (rsn) – Beim Auftaktzeitfahren von Tirreno-Adriatico (2.UWT) hat die Bußgeldkasse geklingelt. Emiel Verstrynge (Alpecin – Premier Tech) und sein Sportlicher Leiter Christoph Roodhooft kamen zu sp
10.03.2026Startzeiten des Teamzeitfahrens von Paris-Nizza (rsn) – Im heutigen Mannschaftszeitfahren von Paris-Nizza (2.UWT) werden erstmals die Favoriten auf den Gesamtsieg gefordert sein. Die 3. Etappe führt über 23,5 Kilometer von Cosne-Cours-sur-Loire
10.03.2026Gesundheit vor Renndichte: Mit neuem Ansatz in die Saison (rsn) – Nach einem bewegten Winter geht das Team Benotti – Berthold mit einem verkleinerten, aber hungrigen Kader in die Saison 2026. Zehn Fahrer, darunter drei Neuzugänge, bilden das Aufgebot, d
09.03.2026Tirreno: Walscheid kämpft sich gegen die Uhr auf Platz drei (rsn) – Als Max Walscheid (Lidl – Trek) zur einzigen Zwischenzeit des Auftaktzeitfahren bei Tirreno-Adriatico (2.UWT) kam, blitzte eine rote 0 auf. Sekundengleich mit Magnus Sheffield (Ineos Grena
09.03.2026Highlight-Video der 2. Etappe von Paris-Nizza (rsn) - Max Kanter (XDS – Astana) hat am zweiten Tag von Paris-Nizza (2.UWT) seinen größten Sieg als Radprofi gefeiert. Der 28-jährige Deutsche setzte sich auf der 2. Etappe über 187 Kilometer