Vertragsverlängerung - Vater lag nach Unfall im Koma

Brändle durchlebte emotionale Achterbahnfahrt

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Matthias Brändle (Israel Start-Up Nation) | Foto: Philipp Hutter

07.07.2020  |  (rsn) - Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt, so fühlte sich Matthias Brändle zuletzt. Zunächst erhielt der 30-Jährige von seinem Team Israel Start-Up Nation eine Vertragsverlängerung um zwei Jahre. “Ich könnte nicht glücklicher sein“, gab der Österreicher danach zu Protokoll. “Es ist schön, wenn einem das Team so vertraut und das spüre ich schon, seitdem ich zur Mannschaft gewechselt bin. Es freut mich, dass die Reise weitergeht“, sagte der Vorarlberger, der seit 2019 für den Rennstall aus Israel fährt.

Dessen Sportlichen Leiter Kjell Callström kennt er noch von gemeinsamen Zeiten bei der Schweizer IAM-Mannschaft. Erst zu Saisonbeginn stieg die Israel Start-Up Nation in die WorldTour auf. “Matthias zeigt immer eine hervorragende Einstellung, am und auch neben dem Rad“, lobte Callström seinen Fahrer.

Doch der musste kurz darauf später einen Schock verkraften, als nämlich sein Vater Arnold auf dem Motorrad angefahren wurde und einige Zeit im Koma auf der Intensivstation lag. Matthias Brändle erlebte mit seiner Familie Tage der Unsicherheit und Angst: “Als Sportler bin ich natürlich an Schicksalswendungen gewöhnt. Man kann in Topform sein und plötzlich stürzen. Dann ist alles weg. Aber dies war mein Vater. Das war noch viel härter“, sagte er. Inzwischen ist Arnold Brändle aus dem Koma erwacht und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Bis zur vollständigen Genesung wird es allerdings noch mehrere Monate dauern.

Nach der Corona-Pause blickt Matthias Brändle nun motiviert der zweiten Hälfte seiner bereits zwölften Profisaison entgegen. Als erstes Rennen steht ab dem 23. Juli die Sibiu Cycling Tour in Rumänien in seinem Programm. Im Prolog der bergigen Rundfahrt wird der Österreichische Zeitfahrmeister zu den Sieg-Kandidaten gehören. Zudem steht Brändle im vorläufigen Giro d‘Italia-Kader seiner Mannschaft. Bei der vom 3. bis 25. Oktober anstehenden Italien-Rundfahrt warten drei Zeitfahren auf den Spezialisten im Kampf gegen die Uhr. “Das ist perfekt für mich. Ich kann den Neustart der Saison und dass ich meine gute Form endlich zeigen kann, kaum erwarten“, schloss er.

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