Die Aufgebote der 22 Tour-Teams

Trek-Segafredo: Sticht das deutsch-niederländische Spitzenduo?

Von Daniel Brickwedde

Foto zu dem Text "Trek-Segafredo: Sticht das deutsch-niederländische Spitzenduo?"
Trek-Segafredo | Foto: Cor Vos

04.07.2018  |  (rsn) - Das US-Team Trek-Segafredo übergibt im Jahr eins nach Alberto Contador die Verantwortung an einen niederländischen Routinier, der zumindest den Sprung in die Top Ten schaffen soll. Seinen ersten Tour-Tagessieg will sich dagegen ein rechtzeitig genesener Deutscher sichern.

Rückblick 2017: Die Tour begann denkbar schlecht für Trek-Segafredo: Bereits vor dem Start in Düsseldorf wurde mit André Cardoso ein Fahrer aus dem Aufgebot positiv getestet. Bei der Tour war die Mannschaft indes voll auf Alberto Contador ausgerichtet. Zwar animierte der Spanier in gewohnter Manier das Rennen, blieb bei seiner letzten Teilnahme jedoch glücklos und kam auf Position neun in Paris an. Ebenfalls mehr dürfte sich die Teamleitung von John Degenkolb erhofft haben, der deutsche Sprinter erzielte zwar je einen zweiten und einen dritten Platz – der erhoffte Tagessieg blieb aus. Den holte schließlich zur Rettung der Tour-Bilanz Bauke Mollema in Le Puy-en-Velay (15. Etappe).

Ausblick 2018: Nach dem Karriereende von Alberto Contador rückt Mollema in der Teamhierarchie zurück in die Kapitänsrolle. Der Niederländer gilt als solider, beständiger Klassementfahrer, der die Tour in seiner Karriere bereits dreimal in den Top Ten beendete. Kommt er problemlos durch die erste heikle Tour-Hälfte und hält die Rückstände im Mannschaftszeitfahren sowie auf der Roubaix-Etappe in Grenzen, kann er auch in diesem Jahr eine gute Rolle spielen. Als Zwölfter der Tour de Suisse zeigte Mollema zuletzt eine unauffällige, drei Wochen vor dem Tour-Start aber passable Verfassung.

Gelingt Degenkolb der erste Etappensieg?

Eine Unbekannte im Aufgebot ist John Degenkolb. Die Saison des 29-Jährigen verlief erneut wenig zufriedenstellend, eine Schleimbeutelentzündung im Knie setzte ihm im Frühjahr zu, seine einzigen beiden Saisonsiege datieren aus dem Januar. Die Verfassung des früheren Siegers bei Paris-Roubaix zog ernsthafte Fragezeichen mit sich, ehe er bei den deutschen Meisterschaften in Einhausen einen achtbaren zweiten Platz holte. Indiz für die rechtzeitig zur Tour ansteigenden Form? In Degenkolbs sportlicher Vita klafft nach wie vor eine Lücke: Bisher gelang ihm kein Tour-Etappensieg.

Degenkolb bekommt gewiss seine Möglichkeiten in den Sprintankünften – doch auf Augenhöhe mit Fahrern wie Dylan Groenewegen oder Fernando Gaviria war er bislang nicht in dieser Saison. Möglicherweise stehen seine Chancen besser, wenn es in der zweiten Tour-Hälfte zu Fluchtgruppen auf mittelschweren Etappen kommen sollte. Auch den neunten Abschnitt nach Roubaix wird Degenkolb anvisiert haben. Allerdings könnte er dort seine Ambitionen zugunsten von Jasper Stuyven aufgeben, da der Belgier die deutliche bessere Klassikersaison hinlegte. Möglicherweise fällt Degenkolb auf dieser Etappe auch die Rolle des Bodyguards für Kapitän Mollema zu.

Mit Koen de Kort stellte Trek dem Oberurseler zumindest für die Sprintankünfte seinen vertrauten und routinierten Helfer an die Seite. Ebenfalls ins Aufgebot schafften es mit Tsgabu Grmay, Julien Bernard und dem Österreicher Michael Gogl drei kletterstarke Domestiken. Zusätzlich nominierte Trek-Segafredo den Letten Toms Skujins, der in der Vergangenheit bereits bewiesen hat, dass er auch auf eigene Faust Teilstücke bei Rundfahrten gewinnen kann. Der Tour-Debütant dürfte den einen oder anderen Freifahrtsschein erhalten.

Das Aufgebot: Julien Bernard (FRA), John Degenkolb (GER), Koen de Kort (NED), Michael Gogl (AUT), Tsgabu Grmay (ETH), Bauke Mollema (NED), Toms Skujins (LAT), Jasper Stuyven (BEL)

Land: USA
Hauptsponsor: Trek, Segafredo
Branche: US-Radhersteller, Kaffeeproduzent
Teamchef: Luca Guercilena
Radausrüster: Trek

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